Berlin - Sein Programm für dieses Wochenende hatte sich Oliver Pritzkow schon vor Monaten zurecht gelegt. In der Nacht zu Sonnabend hätte er sich mit Kamera und Laptop auf sein Motorrad gesetzt, um über ein Ereignis zu berichten, dass es in dieser Form noch nie gegeben hätte: den Umzug von zwei Flughäfen, Tegel und Schönefeld, an einen neuen Standort.  „Alle Kanäle sollten genutzt werden: Facebook, Twitter, Fotostrecken, die ganze Nacht hindurch.“ Nach vielen durchwachten Stunden hätte sich Pritzkow am Sonntagmorgen müde, aber mit vielen Fotos und Eindrücken, zu einem der beiden ersten Flüge vom neuen Flughafen BER eingecheckt – zu dem Rundflug mit einem Airbus A 330 der Air Berlin, der um kurz nach 5.30 Uhr gemeinsam mit einem A 380 der Lufthansa abheben sollte.

„So war es geplant. Darauf hatte ich mich gefreut – und viele andere Plane Spotter auch“, sagt Pritzkow. Plane Spotter, das sind Menschen, die  den Luftverkehr beobachten.  Manche stehen mit langen Objektiven auf Besucherterrassen und an Zäunen, um Flugzeuge zu fotografieren, die gerade starten und landen. Andere pflegen ihre Sammlungen, die schon mal mehr als 60 000 Dias umfassen können oder beobachten den aktuellen Flugverkehr auf dem Computer. Als neue Website ist vor Kurzem metafly.infohinzugekommen, die sich den Bewegungen im Himmel über Berlin widmet. Auf anderen Internetseiten tauschen die Luftfahrt-Fans ihr Wissen aus. Oliver Pritzkow, der mit zehn Jahren anfing, mit einer russischen Kamera Flugzeuge in Schönefeld zu fotografieren, betreut eine dieser Seite: www.berlinspotter.de.

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