Berlin - Nfamara J. sitzt mit gesenktem Kopf neben seinem Anwalt. 2006 ist er von Gambia nach Europa geflohen. In Spanien bekam er eine Aufenthaltsgenehmigung, der Landarbeiter half bei der Tomatenernte, das Geld schickte er seiner Frau und den beiden kleinen Kindern nach Afrika. Dann gab es keine Arbeit mehr für ihn in Spanien. Nfamara J. ging nach Deutschland, nach Berlin, nach Kreuzberg. In die von Flüchtlingen besetzte Gerhart-Hauptmann-Schule, wo er im April dieses Jahres beim Streit um die einzige Dusche für 200 dort gestrandete Menschen einen Marokkaner erstach. Nfamara J. hat die Tat gestanden.

Seit Donnerstag muss sich der Schwarzafrikaner wegen Totschlags vor dem Landgericht verantworten. Die Anklage wirft dem 41-Jährigen vor, einen Menschen getötet zu haben, ohne Mörder zu sein. Der kleine Mann soll am 25. April 2014 im einzigen Duschraum der Schule den Marokkaner Anouar R. getötet haben. Laut Anklage soll er neun Mal auf den Widersacher eingestochen haben. Die Tatwaffe ist ein Küchenmesser mit einer 20,5 Zentimeter langen Klinge. Anouar R. verblutete.

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