Gericht: Baumwart nicht schuldig am Tod von Radfahrer

Potsdam - Nach dem Tod eines Radfahrers durch einen herabstürzenden Ast ist ein Baumwart freigesprochen worden. Nach Überzeugung des Amtsgerichts Potsdam hat der 45-Jährige seine Sorgfaltspflicht nicht verletzt, teilte ein Sprecher mit. Der Angeklagte sei nach seinen Kenntnissen und Fähigkeiten nicht in der Lage gewesen zu erkennen, dass dieser Ast eine derartige Gefahr darstelle. Das Opfer war im Mai 2014 von einem herabstürzenden Ast am Kopf getroffen worden und an den Folgen des Unfalls gestorben.

Der Mitarbeiter der Straßenmeisterei musste sich danach wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Wider besseren Wissens sollte er keinen dringenden Auftrag zur Fällung oder Sicherung eines abgestorbenen Baumes in Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark) erteilt haben. Nach Anhörung von Zeugen und einem Sachverständigen beantragte aber auch die Staatsanwaltschaft einen Freispruch. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Angeklagte muss nach Angaben des Gerichtssprechers jährlich etwa 10 000 Bäume jährlich begutachten - mal mit, mal ohne Laub. Auffällige Exemplare würden dann zu dritt erneut begutachtet. So sei es auch im vorliegenden Fall gewesen. Bei dem Termin mit seinen Kollegen sei entschieden worden, dass der Baum gefällt werden muss.

Drei Tage bevor der Termin war, kam es jedoch zu dem Unglück: Der etwa 15 Kilogramm schwere Ast stürzte von dem abgestorbenen Spitzahorn und traf den Mann. Dieser starb zwei Tage später im Krankenhaus. (dpa/bb)