Wurde vor drei Jahren gestohlen: die Goldmünze Big Maple Leaf.
Foto: dpa/Marcel Mettelsiefen

BerlinBoris Fuchsmann ist ein freundlicher Mann, der stets zu lächeln scheint. Er verliert diesen gutmütigen Ausdruck auch nicht, wenn er zu einem für ihn traurigen Anlass gefragt wird: dem Diebstahl seiner millionenschweren Goldmünze Big Maple Leaf aus dem Bode-Museum. Der 73-Jährige hatte seinen zwei Zentner schweren Schatz dem Haus als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Dort wähnte er ihn sicher.

Fuchsmann und auch die Sicherheitsleute des Museums ahnten nicht im Traum, dass es gelingen könnte, die Münze in einer filmreifen Nacht-und Nebelaktion durch das einzige nicht alarmgesicherte Fenster des Hauses auf Nimmerwiedersehen verschwinden zu lassen. So geschehen vor fast genau drei Jahren. Die mutmaßlichen Diebe, darunter Mitglieder eines arabischstämmigen Clans, wurden zu Haftstrafen verurteilt.

Boris Fuchsmann war sich sicher, dass seine Riesen-Goldmünze im Bode-Museum sicher ist. Nun ist sie weg - vermutlich für immer.
Berliner Zeitung/Katrin Bischoff

Nun hat Fuchsmann ein berechtigtes Begehren: Schadenersatz. Deswegen verklagte er die Allianz-Versicherung, die für den Verlust des mit 4,2 Millionen Euro versicherten Goldstücks wegen der Sicherheitsmängel im Museum nur 800.000 Euro zahlen will. Für Dienstag hat das Landgericht eine Entscheidung angekündigt.

Seine Frau hatte Angst, dass Einbrecher kommen

Fuchsmann gilt als Mann, der selten im Rampenlicht steht. Sein Geld verdient der in Düsseldorf lebende Unternehmer, einst Präsident der Jüdischen Gemeinde der Ukraine, als Immobilienentwickler. Das Handelsblatt nannte ihn einmal einen „Sammler mit einem gewissen Faible für das Edle“.

2010 wurde er auf die Riesenmünze aus edlem 99,999er-Gold aufmerksam. Er besuchte Südafrika zur Fußball-WM und las über eine Auktion in Wien, bei der eines der nur fünf geprägten Exemplare versteigert werden sollte. Fuchsmann meldete sich an, er wollte telefonisch mitbieten.

Am Tag der Auktion fuhr er  in den Krüger-Nationalpark. Nicht wissend, dass er keinen Empfang haben würde. Als das Telefon wieder funktionierte, war die Münze weg. Ein spanischer Unternehmer hatte den Zuschlag erhalten. Fuchsmann gab nicht auf, er bot dem neuen Eigentümer 100 000 Euro mehr und bekam die Big Maple Leaf doch noch – für 3,4 Millionen Euro.

Seine Frau habe mit ihm geschimpft, weil die Münze nur Diebe anziehen würde, sagte Fuchsmann der Berliner Zeitung. Er habe seiner Gattin beruhigt, die Münze wäre wegen ihres Gewichts wohl das Allerletzte, was Einbrecher aus dem Haus schleppen würden. Trotzdem sei er froh gewesen, als die Stiftung Preußischer Kulturbesitz noch im selben Jahr angefragt habe, die Münze im Bode-Museum zeigen zu dürfen.