Das Gebäude der Komischen Oper.
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BerlinDie Komische Oper kann im Zuge ihrer Sanierung ein neues Gebäude mit Büros und Proberäumen errichten. Das Kammergericht entschied am Mittwoch, zwei Grundstücke an der Glinkastraße in Mitte, auf denen der Neubau entstehen soll, als Eigentum des Landes anzuerkennen. Der Entscheidung war ein langer Rechtsstreit mit einem Investor vorausgegangen.

Die derzeit auf höchstens 237 Millionen Euro veranschlagte Sanierung der Komischen Oper soll 2023 beginnen und bis 2027 abgeschlossen sein. In der Zeit soll das Ensemble des heutigen Intendanten Barrie Kosky, der ab Mitte 2022 als Hausregisseur der Oper verbunden bleibt, in das Schiller Theater in Charlottenburg ziehen und auch an anderen Orten der Stadt spielen.

Das Land Berlin hatte die umstrittenen Grundstücke einem Investor unter der Bedingung verkauft, dass dieser dort baut und das Areal davor nicht weiterverkauft. Weil aber nicht gebaut wurde und in der Zwischenzeit ein Gesellschafterwechsel stattfand, trat die Finanzverwaltung von dem Vertrag zurück.

Kammergericht bestätigt Entscheidung des Landgerichts

Das Kammergericht bestätigte am Mittwoch die Entscheidung des Landgerichts, die Rückabwicklung des Kaufvertrags zu erlauben. Dagegen hatte der aktuelle Eigentümer Berufung eingelegt. Wie am Mittwoch verkündet wurde, habe das Kammergericht bereits am 11. Februar die Berufung der Eigentümers zurückgewiesen. Dieser könne nicht auf Rückübertragung des Grundstücks pochen, weil das Land Berlin „wirksam von den Verträgen zurückgetreten sei“. Insbesondere greife die in den Verträgen enthaltene Rücktrittsklausel. Eine Revision des Urteils ist nicht möglich.

Der Senat will die Komische Oper sanieren, weil ihr baulicher und technischer Zustand veraltet ist. Die Bühnentechnik ist auf dem Stand des Wiederaufbaus des Hauses in den 1950er Jahren, die Ausstattung auf dem Stand von 1967.

Zuletzt hatte es im Ende vergangenen Jahres Streit wegen eines zwischenzeitlichen geplatzten Wettbewerbs zur Sanierung und Erweiterung des Opernhauses gegeben. Weil einzelne renommierte Architekten nicht zu dem Wettbewerb eingeladen waren, hob die Vergabekammer des Landes Berlin diesen auf und veranlasste eine Nachprüfung. Für das zweistufige Auswahlverfahren waren 15 Architekten, darunter Stars wie der Niederländer Rem Koolhaas oder der Brite David Chipperfield,   eingeladen worden. Weitere 35 Teilnehmer wurden aus einem Bewerberfeld ausgewählt.

Die Oppositionspartei FDP begrüßte am Mittwoch das Gerichtsurteil und forderte den Senat zugleich zu Tempo und damit auch zu Sparsamkeit auf. Unverzüglich müsse dem Abgeordnetenhaus eine neue Kostenschätzung vorgelegt werden, „damit sich weitere ungeahnte Kostenexplosionen vermeiden lassen“, sagte Kulturpolitikerin Sibylle Meister. (mit dpa)