Berlin - „Ja.“ Momos Vater antwortet bestimmt, als er gleich zu Beginn dieses zweiten Prozesstages von der Vorsitzenden Richterin gefragt wird, ob er und seine Frau dem nun folgenden Gutachten wirklich zuhören wollen. Geladen ist als Sachverständiger der Rechtsmediziner Edwin Ehrlich, der Mohammad, so Momos eigentlicher Vorname, nach dessen gewaltsamem Tod untersucht hat. Er soll an diesem Donnerstagmorgen nun erklären, woran genau der 13-Jährige am letzten Oktoberabend des vergangenen Jahres gestorben ist. Doch Momos Eltern, die auch heute wieder auf der Bank der Nebenklage Platz genommen haben, wollen zuhören. Verstehen, was ihrem Kind passiert ist. Es wird nicht leicht werden.

Der Rechtsmediziner berichtet, dass er Mohammad A. am 1. November 2020 obduziert habe. Offiziell ist Momo durch einen zehn Zentimeter tiefen Stich ins Herz verblutet. Nicht länger als eine Minute könne Verbluten bei so einer Verletzung dauern, bestätigt Ehrlich. Die Wunde sei „schon etwas Besonderes gewesen“, auch der Sachverständige sehe das in seiner Laufbahn nicht allzu oft. Der Stich verletzte erst das Brustbein, anschließend beide Herzkammern. Mit großer Wucht müsse zugestochen worden sein, anders lasse sich die Verletzung des Knochens nicht erklären.

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