Wenn bald in öffentlichen Gebäuden die Toilettenfenster abgeschlossen sind, hat dies einen Grund: Berlins Verwaltungsgericht urteilte, dass sich auch auf der Toilette eines Dienstgebäudes ein Dienstunfall ereignen könne (VG 26 K 54.14). Geklagt hatte eine Beamtin des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg. Während der Dienstzeit hatte sie sich an einem offenen Fensterflügel eines Toilettenraums blutig gestoßen. Mit der Begründung, ein Toilettengang sei eine rein private Angelegenheit, die in keinem Zusammenhang mit der dienstlichen Tätigkeit stehe, wurde die Anerkennung als Dienstunfall vom Rathaus abgelehnt.

Die Richter sehen das anders. Ein Sprecher des Verwaltungsgerichts teilte dazu mit: Das Aufsuchen der Toilette sei zwar keine dienstlich geprägte Tätigkeit sondern falle in die private Sphäre des Beamten. Gleichwohl gehörten Toiletten zum vom Dienstherrn unmittelbar beherrschbaren „räumlichen Risikobereich“. Für Angestellte gilt das Urteil nicht. Sie sind nach den gesetzlichen Unfallvorschriften vom Versicherungsschutz ausgenommen, da ihr Aufenthalt auf der Toilette als eine „eigenwirtschaftliche Tätigkeit“ gilt. Selbst auf dem Klo sind Beamte also besser gestellt.