Berlin - Fast jeder zweite Taxifahrer, der mit seinem Fahrzeug am Flughafen Schönefeld auf Fahrgäste wartet, lebt nicht nur vom Taxifahren – er bekommt auch noch Geld vom Staat.

Das hat jetzt eine routinemäßige Kontrolle des Hauptzollamtes Potsdam ergeben, das für die Berliner Flughäfen zuständig ist. Es habe sich bei den Kontrollen um routinemäßige verdachtsunabhängige Stichproben gehandelt, sagte Behördensprecher Detlef Szesny.

Von 143 kontrollierten Fahrern hätten 63 Personen angegeben, Sozialleistungen zu beziehen. Das entspricht einem Anteil von 45 Prozent. „Wir werden jetzt Kontakt mit den Arbeitsagenturen aufnehmen und die Daten abgleichen.“ Ob die Taxifahrer arbeitslos sind und sich nebenbei Geld dazuverdienen oder ob ihr Verdienst als Taxifahrer so gering ist, dass sie als „Aufstocker“ zusätzlich Sozialleistungen beziehen, konnte Szesny nicht sagen. „Das werden weitere Kontrollen ergeben.“

Kontrolliert worden waren Taxifahrer, die vor dem Flughafen Schönefeld hielten. Die Folgen spürten die Kontrolleure schnell. „Nach anderthalb Stunden mussten wir aufhören, weil keine neuen Taxis mehr ankamen“, sagt der Zollamtssprecher. Dass es Kontrollen gibt, hatte sich offenbar via Taxifunk herumgesprochen.

Der Taxi-Markt ist hart umkämpft. Allein in Berlin gibt es fast 7400 Taxis. Seit Januar dürfen Berliner Taxis am Flughafen Schönefeld nur Fahrgäste absetzen, aber nicht aufnehmen. Das ist Taxis aus dem Landkreis Dahme-Spreewald vorbehalten.