Gerswalde - Der Terrorverdacht gegen einen 17-jährigen Syrer aus der Uckermark hat sich nicht bestätigt. Gegen den Mann werde kein Haftbefehl beantragt, er werde wieder auf freien Fuß gesetzt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Potsdam am Mittwoch. Der junge Mann war am Dienstag unter Terrorverdacht in Gewahrsam genommen worden.

Der unter Terrorverdacht in Gewahrsam genommene Nidal A. aus einem Flüchtlingsheim in Gerswalde war bis zum späten Dienstagabend in Potsdam von Ermittlern befragt worden. Am Mittwoch wurden die Vernehmungen fortgesetzt, ehe er freigelassen wurde. Bereits am Dienstag war ein Bekannter des 17-Jährigen aus der selben Unterkunft freigelassen worden.

Gegen Nidal R. bestand der Anfangsverdacht eine „schwere staatsgefährdende Straftat“ geplant zu haben. Nidal R. soll seiner im Libanon lebenden Mutter mitgeteilt haben, dass er einen Selbstmordanschlag plane. Daraufhin hatte die Frau Verwandte in Berlin informiert, die sich an die Polizei wandten.

Selbst radikalisiert

Mittlerweile steht fest, dass Nidal A. aus Syrien stammt. Fest stehe jetzt auch, dass er sich in den vergangenen Monaten selbst radikalisiert hat, sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums Potsdam, Torsten Herbst. Bei der Durchsuchung des Jugendheims in Gerswalde hatten Polizisten bei dem Jugendlichen drei Handys sowie ein Tablet sichergestellt. Kriminaltechniker fanden inzwischen heraus, dass zwei der Telefone kaputt sind. Die Auswertung des dritten Geräts sowie des Tablets dauere noch einige Tage, hieß es.

70 Polizisten waren am Mittwoch damit beschäftigt, die anderen Bewohner des Heimes sowie Verwandte des Verdächtigen zu befragen. Nach Informationen aus dem Bundesinnenministerium gebe es derzeit keine unmittelbare Anschlagsgefahr.

Nidal A. reiste im Herbst 2015 illegal nach Deutschland ein. Er kam über Österreich in die Bundesrepublik. Er stellte nach seiner Ankunft einen Antrag auf Asyl und wird als Asylbewerber geführt. Die Unterlagen seien angefordert worden, so Torsten Herbst.

Es gebe keinen Zweifel daran, dass der Jugendliche 17 Jahre alt ist. Polizeilich ist er bisher in Deutschland nicht aufgefallen. Auch am Mittwoch äußerte sich die Heimleitung nicht zu Nidal A. Das Heim wird in Gerswalde wird von der Gemeinnützigen Gesellschaft zur Förderung Brandenburger Kinder und Jugendlicher mbH betrieben. In dem Gebäude sind unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge untergebracht.