Berlin - In einigen Kiezen und Straßen der Stadt kann man folgendes Phänomen beobachten: Zuerst steht ein altes Regal am Wegesrand, spätestens nach dem ersten Regenguss löst sich das Holz auf, kurze Zeit später gesellen sich eine alte Matratze, ein paar Bretter, alte Flaschen und bald auch anderer Unrat hinzu. Solche kleinen wachsenden Müllberge gibt es zuhauf in der Stadt.

Berlin braucht einen bewussten Umgang mit der Müllentsorgung

Das soll sich ändern. Der Senat hat am Dienstag auf Vorlage von Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) einen Bericht zur Gesamtstrategie „Saubere Stadt“ beschlossen, um Berlin sauberer zu gestalten.

„Wir unterstützen die Bezirke finanziell und personell, um unsere Stadt sauberer zu halten und Vermüllung zu vermeiden“, sagte Pop. Dazu benötige man mehr Sensibilität für das Thema Umweltschutz und einen bewussten Umgang mit der Müllentsorgung – sowohl bei den Berlinern als auch bei den Besuchern. „Nur gemeinsam machen wir unsere Stadt sauberer“, sagte Pop.

Neben verstärkter Abfallberatung, der Reinigung von Parkflächen sowie innovativen Möglichkeiten der Sperrmüllsammlung, zum Beispiel mit E-Lastenrädern, sollen auch die Ordnungsämter der Bezirke personell verstärkt werden.

Bezirke in Berlin sollen vom Senat mehr Geld bekommen

Zudem soll mit der Gesamtstrategie, die in Zusammenarbeit mit der Umwelt-, Bildungs- und Innenverwaltung erarbeitet wurde, auch das zivilgesellschaftliche Engagement gestärkt werden – zum Beispiel mit Kiez-Putzaktionen. Die Bezirke sollen mehr Geld bekommen, beispielsweise zur Beseitigung von Graffiti sowie für eine verbesserte Ausstattung mit Mülleimern.

„Alle Berliner wollen in sauberen Kiezen leben und erwarten auch, dass das entsprechend von der Stadt begleitet wird“, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstag nach der Senatssitzung.

Zu den Maßnahmen, die die Stadt sauberer machen sollen, gehöre auch die Schneeräumung durch die Berliner Stadtreinigung (BSR) für Fahrbahnen, aber auch für die Radwege. „Auch hier muss Mobilität möglich sein“, sagte der Senatschef.

BSR kümmert sich um 46 Parkanlagen in Berlin

Zudem wolle man noch weitere Parkanlagen und Waldflächen von der BSR reinigen lassen. Aktuell kümmert sich die BSR um 46 Anlagen in Berlin. Ein Pilotprojekt, das im vergangenen Jahr gestartet ist – zum Beispiel im Görlitzer Park. Da es viele positive Rückmeldungen gegeben habe, prüfe man nun, wo man das Projekt schrittweise ausweiten könne, so Müller. „Man sieht sofort, wie sich die Sauberkeit verbessert, wenn die BSR die Parkflächen mitreinigt“, sagte der Regierende Bürgermeister.

Gleichwohl gebe es Bezirke, die ihre Grünflächen lieber selbst reinigen möchten. Eine flächendeckende Reinigung der Grünanlagen sei daher nicht angedacht. „Die Dienstleistung wird vom Land bezahlt“, erklärte Müller. Und das gebe es nicht zum Nulltarif.

BSR ist bei der Müllvermeidung auf die Hilfe der Berliner angewiesen

Zudem soll es für Recyclinghöfe und die Sperrmüllabfuhr verbesserte Angebote geben. „Wir hatten bisher nicht sehr kundenfreundliche Öffnungszeiten beziehungsweise lange Wartezeiten bei der Sperrmüllabfuhr“, sagte Müller. Die Stadt müsse schneller reagieren, wenn Dinge auf die Straße geschmissen werden und dort liegen blieben.

Zur neuen Sauberkeitsstrategie des Senats gehört auch eine bessere personelle Ausstattung der Ordnungsdienste. Müller betonte, dass man auch auf die Unterstützung der Berliner angewiesen sei. „Jeder ist auch selbst mitverantwortlich, wie die Stadt aussieht“, betonte der Regierende Bürgermeister. Jeder könne darauf achten, Müll zu vermeiden und auch andere für das Thema sensibilisieren.