Berlin - Was Dieter Bohlen beim „Supertalent“ und bei „Deutschland sucht den Superstar“ kann, das kann die deutsche Godmother of Punk doch schon lange. Nina Hagen hat sich einfach ihren eigenen Gesangswettbewerb geschaffen, den Eurock Marathon.

Bei dieser Veranstaltung messen sich am Sonnabend vielversprechende junge Rockbands aus ganz Europa im Postbahnhof am Ostbahnhof. Vorab wurden von einer Jury 252 Bewerbungen gesichtet, nun rocken acht Finalisten um den Titel als beste Band. Drei Stunden lang werden sie Livekonzerte geben. Die Preise werden dann vom Publikum vergeben sowie von einer Jury aus Musikkennern wie Peter Radzuhn (Musikchef bei Radio Eins) und dem Produzenten Ralf Goldkind.

Die Kandidaten beim Rock-Marathon sind Neuentdeckungen wie die türkische Frauen-Metalband Kirmizi, die 13- und 14-jährigen Hardrocker von Maximum Power aus Bosnien oder der rotzlöffelige Metal Balkan Reggae Punk von den Banditis aus Italien. Die Auftritte sollen zeigen, wie die Zukunft der europäischen Rockmusik aussehen kann.

Der Wettbewerb soll sich als regelmäßiger Band-Contest etablieren und will sich von der üblichen Casting-Maschinerie abheben. Es solle nicht darum gehen, „nach Marktvorgaben zusammengecastete Musik-Klone herzustellen“, so die Veranstalter.
Wenn die Nachwuchsbands am Sonnabend ihre Konzerte hinter sich gebracht haben, ist die Bühne frei für den Auftritt von Nina Hagen und ihrer Band. Sie will zum Abschluss noch ein volles Konzert geben.

Erfahrungen mit Casting-Shows hat die 57-jährige Berlinerin bereits im Fernsehen gesammelt. In den Jahren 2006 und 2007 war Nina Hagen Jury-Mitglied bei „Popstars“ und half bei Pro Sieben mit, die Mitglieder für die Bands Monrose und Room2012 auszusuchen.

Schon damals wollte sie auf keinen Fall mit Dieter Bohlen in einen Topf geworfen werden: Bohlen sei ein Kulturbanause und Sexist ohne jegliche Manieren, lästerte die Sängerin damals. Sie dagegen behandele alle Bewerberinnen mit Respekt.
Eurock Marathon: Acht europäische Newcomer-Bands plus Konzert von Nina Hagen und Band. Sonnabend, 24. November, Einlass 18 Uhr, Start 19 Uhr, Postbahnhof, Straße der Pariser Kommune 8, Friedrichshain. Eintritt frei.