Berlin - Was für eine schöne Geschichte, die ein Freund da erzählt hat. Eine Geschichte, die aus der Zeit gefallen scheint, weil sie so positiv ist und von einem glücklichen Menschen erzählt. In den vergangenen zwei Jahren gab es ja vor allem traurige oder negative Geschichten von Krankheiten oder Pleiten. Auch bei dem Mann, um den es hier geht, hat die Pandemie viel verändert. Bei ihm aber zum Positiven.

Er war Frührentner und konnte als solcher nicht unbegrenzt dazuverdienen, sondern jedes Jahr nur 6300 Euro. Alles darüber wäre ihm von der Rente abgezogen worden. Doch dann kam die Pandemie und damit ein kleiner Geldsegen.

Denn die Gesundheitsbranche klagte über massiven Personalmangel. Um frühverrentete Chefärzte und andere Fachkräfte wieder zurück in die Krankenhäuser zu locken, wurde der Freibetrag auch für alle anderen Frührentner von 6300 auf 44.590 Euro erhöht.

Also ging der Mann 2020 wieder voll arbeiten, und auch jetzt, denn nun liegt der Freibetrag sogar bei 46.060 Euro. „Nächstes Jahr hört er auf“, sagt der Freund. „Dann gilt wieder der alte Freibetrag. Aber er hat so viel dazuverdient, dass es endlich für ein kleines Grundstück reichte. Er ist sehr glücklich.“

Auch andere haben Glück, denn in jeder Krise gibt es Entwicklungen, die kaum jemand vorhersagen kann. Zum Beispiel die Sache mit dem Urlaub: Weil sich viele nicht ins Ausland trauen, sind viele hiesige Anbieter ausgebucht.

Und auch so mancher Buchladen profitiert. Üblicherweise kaufen die Leute vor den Ferien viele Schmöker für den Strand – und dann kommt die Flaute. Doch nicht dieses Mal. Das liegt an einer Urlaubsform, die bei jungen Familien boomt: dem Wohnungstausch.

Eine Buchhändlerin erzählt, dass zum Beispiel eine junge Mutter mit ihrem Mann für 14 Tage in die Wohnung ihrer Eltern an die Ostsee gezogen ist. Sie machen Urlaub ohne Kinder. Ihre Eltern wohnen derweil in Berlin bei den Enkeln. Die Großeltern freuen sich, weil sie die Kinder im Vorjahr fast nicht gesehen haben, da sie nicht geimpft waren und sich nicht trauten, nach Berlin zu reisen.

„Die Großeltern kommen jeden zweiten Tag mit den Enkeln zu uns und kaufen neue Bücher und auch mal Spielzeug“, sagt die Buchhändlerin. „Es gibt einen großen Nachholbedarf. Und alle haben etwas davon.“ Wie schön.