Die Wohnungsuchenden in der Hauptstadt würden von der Mietpreisbremse profitieren. Denn in mehr als der Hälfte aller Fälle liegen die Mietangebote für freie Wohnungen in Berlin mehr als zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete. Das geht aus einer Untersuchung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hervor, die 2013 veröffentlicht wurde. Das Institut analysierte, inwiefern die Mietangebote aus den Jahren 2011/12 über der ortsüblichen Vergleichsmiete laut Mietspiegel 2013 liegen.

Vor allem Altbauwohnungen, die bis 1918 errichtet wurden, werden nach der Expertise zu Preisen deutlich über der ortsüblichen Miete offeriert. „Mietwohnungen dieser Baualtersklasse werden zwischen 30 Prozent und 32 Prozent oberhalb des Mietspiegelniveaus angeboten“, heißt es in der Untersuchung. Besonders teuer sind Wohnungen in den beliebten Quartieren von Mitte, Prenzlauer Berg und Friedrichshain-Kreuzberg. Sollte die Mietpreisbremse Gesetz werden, dürfen die Vermieter künftig bei der Wiedervermietung einer Wohnung nur noch maximal zehn Prozent auf die Mietspiegelmiete draufschlagen.

Freude bei Stadtentwicklungssenator Müller

Nach der Untersuchung des Instituts verlangen die Vermieter für Wohnungen fast aller Baujahre mehr als zehn Prozent über der ortsüblichen Miete. „Auch Objekte der Baualtersklassen 1919 bis 1949, 1950 bis 1964 und 1965 bis 1972 werden deutlich über der Bestandsmiete angeboten“, so das Institut. Dabei zeige sich für Wohnungen der Baujahre 1950 bis 1964 in guter Lage mit fast 40 Prozent eine besonders große Diskrepanz zwischen Angebots- und Bestandsmieten.

Hinter der Preissteigerung stecke neben der gestiegenen Nachfrage vermutlich auch eine qualitative Verbesserung der Wohnungen, so die Experten. Unterm Strich werden laut BBSR rund 70 Prozent der Wohnungen in guten Lagen Berlins zu Preisen von mehr als zehn Prozent über der ortsüblichen Miete angeboten. In einfachen Wohnlagen sind es zwei Drittel der Objekte, in mittleren Wohnlagen etwas mehr als die Hälfte der Wohnungen.

Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) freut sich über die Mietpreisbremse. Sobald die Länder die Möglichkeit hätten, das Instrument einzuführen, werde Berlin dies tun. Es sei eine gute Möglichkeit, preisdämpfend auf den Markt einzuwirken. Die hohen Mieten beim Abschluss neuer Verträge seien ein Problem.