Berlin - Unter den Fraktionen im Abgeordnetenhaus herrsche weitgehend Einigkeit darüber, die Rasseliste besonders gefährlicher Hunde abzuschaffen, sagte der tierschutzpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Alexander Herrmann.

Bei einem Treffen am Dienstag auf Einladung von Tierschützern hätten sich alle Fraktionsvertreter dafür ausgesprochen, das sieben Jahre alte Hundegesetz auf den Prüfstand zu stellen. So sei auch ein verbindlicher „Hundeführerschein“ für alle Halter im Gespräch, sagte Herrmann. Bislang ist dieser nur für Kampfhund-Besitzer zwingend. Auf diese Eckpunkte hat sich auch die rot-schwarze Regierung in ihrem Koalitionsvertrag verständigt.

Derzeit werden in der Hauptstadt zehn Hunderassen als besonders gefährlich eingestuft. Vier davon sind meldepflichtig: Pit-Bull, American Staffordshire Terrier, Bullterrier und Tosa Inu. Allein von diesen Rassen gibt es etwa 7000 Tiere, schätzt die Verwaltung für Verbraucherschutz. Kritiker monieren, dass die Tiere zu Unrecht gebrandmarkt würden. „Einige werden etwa in den USA ausdrücklich als Familienhunde gehalten“, sagte die Grünen-Abgeordnete Claudia Hämmerling.

Die Grünen bereiten derzeit einen Gesetzentwurf nach niedersächsischem Vorbild vor, der sich neben der Abschaffung der Liste vor allem mit der Ausgestaltung des Hundeführerschein beschäftigt. Demnach sollen Halter ihre theoretische und praktische Sachkunde nachweisen müssen und die Sozialverträglichkeit ihres Tieres in einem Wesens- und Verhaltenstest belegen, erklärte Tierschutz-Expertin Hämmerling. (dpa)