Traute ist weg. Verschwunden. Mitten in der Nacht, als Andreas Lattke und seine Lebensgefährtin schliefen, wurde sie entführt. Dabei stand sie direkt unter dem Cottbuser Schlafzimmerfenster des Paares, versteckt in einem Autoanhänger. „Sie haben mir mein Herzstück genommen“, klagt der 49-jährige Sportschütze Andreas Lattke.

Seine Traute, mehr als 200 Kilogramm schwer und 2,10 Meter lang, ist der Nachbau einer Vorlader-Kanone aus dem Jahre 1871, mit der Lattke an Meisterschaften im Kanonenschießen teilnimmt. Zweieinhalb Jahre Arbeit und viel Geld steckte Lattke in das historische Geschütz, dessen Wert auf 10.000 Euro geschätzt wird.

Kanone Traute könnte längst in Polen sein

Seit 2013 gibt es Traute, egal, wohin sie kam, sie hinterließ immer mächtig Eindruck. Bei den Deutschen Meisterschaften und Europameisterschaften in der leichten Feldartillerie des VDSK machte sie stets eine gute Figur. In der Nacht zum 1. Februar dann der schreckliche Verlust. Unbekannte brachen das Hoftor auf und zogen Lattkes Autoanhänger vom Grundstück. „Wir haben nichts gehört, als sie Traute mitnahmen“, sagt Lattkes Lebensgefährtin. „Die Täter hatten es wahrscheinlich nur auf den Hänger abgesehen.“

Der Fall liegt nun bei der Polizei. Es gibt Hinweise, dass Traute längst in Polen sein könnte. Der Anhänger wurde auf der B168 in Richtung Polen gesehen. Lattke hofft, dass die Täter mit Traute nichts anfangen können. „Vielleicht setzen sie sie ja irgendwo aus und irgendwer findet sie.“ Möglich ist freilich auch, dass Traute wegen ihres 1,30 Meter langen Stahlrohres in den Fängen der Metall-Mafia endet.