Die Lage vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) beginnt sich zu entspannen. Zwar warteten am Mittwoch noch rund 200 Asylbewerber vor dem Lageso in der Turmstraße auf ihre Registrierung oder auf das Abholen von Geld. Doch seien es deutlich weniger als in den vergangenen Wochen, sagte ein Sprecher. Die Registrierung aller neu ankommenden Flüchtlinge in der Bundesallee habe die Situation deutlich verbessert.

Zudem können die Flüchtlinge jetzt auch drinnen warten. Es wurde ein ehemaliger Hörsaal im Haus J für sie geöffnet, um das Ausharren bei Kälte und Regen zu vermeiden. In der Turmstraße werden noch die rund 5000 Altfälle abgearbeitet.

Ärzte der Charité sollen Flüchtlinge vor Lageso betreuen

Der Berliner Senat will auch die Gesundheitsbetreuung der Flüchtlinge vor Lageso verbessern. „Es wird vertraglich geregelt, dass Ärzte der Charité hauptamtlich die vor dem Lageso wartenden Flüchtlinge medizinisch versorgen“, sagte die Sprecherin der Sozialverwaltung, Regina Kneiding, am Mittwoch.

Zunächst hatte „Der Tagesspiegel“ darüber berichtet. Zuvor hatten Helfer und die Ärztekammer Berlin heftig eine mangelnde medizinische Betreuung der Flüchtlinge vor dem Lageso kritisiert. Bisher haben sich dort Ärzte ehrenamtlich um Asylsuchende gekümmert.

Sozialsenator Mario Czaja (CDU) habe sich erst eine Genehmigung vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) holen müssen, hieß es. Denn nach dem Asylbewerberleistungsgesetz haben nur die registrierten Asylbewerber Anspruch auf eine medizinische Versorgung. Nun werde vertraglich geregelt, dass Ärzte der Charité auch diejenigen betreuen können, die oft tagelang dort auf ihre Registrierung warten. (BLZ/dpa)