Potsdam - Die Zahl der Krankenhäuser im Land soll erhalten bleiben, die der Klinikbetten leicht steigen. Das sieht die Krankenhausplanung bis 2018 vor, die Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) am Mittwoch in Potsdam vorstellte. Alle 52 Einrichtungen an 62 Standorten seien für die nächsten fünf Jahre gesichert. In den Krankenhäusern arbeiten 23.000 Beschäftigte, auch dabei soll es laut Tack bleiben.

In der fachlichen Ausrichtung und der Verteilung der Kapazitäten ändert sich allerdings einiges. So wird die Anzahl der Betten für Geburtshilfe, Kinderheilkunde und chirurgische Abteilungen um bis zu 23 Prozent verringert. Einen Ausbau gibt es dagegen bei der Geriatrie (plus 44 Prozent) sowie bei der Inneren Medizin und der Neurologie – Fachgebieten also, die sich oft um ältere Patienten kümmern. Diese nehmen schon jetzt zwei Drittel aller Krankenhausleistungen in Brandenburg in Anspruch. Deutlich steigen soll außerdem die Zahl der Tagesklinikplätze. Insgesamt werden laut dem Plan 1255 Betten abgebaut und 1325 Betten an anderen Klinik-Standorten oder Fachabteilungen hinzugefügt.

Mit den neuen Strukturen trage das Land dem demografischen Wandel Rechnung, sagte Tack: „Wir werden älter und vielleicht auch weniger.“ Es sei daher eine große Herausforderung, eine geschlossene Kette von der ambulanten Versorgung über stationäre Aufenthalte und Reha-Maßnahmen bis zur häuslichen Pflege zu erhalten. Für die Zeit nach 2018 stellte die Ministerin weitere „strukturell notwendige Veränderungen“ in Aussicht, ohne jedoch ins Detail zu gehen.

Jenseits der medizinischen Grundversorgung setzt Brandenburg ohnehin auf eine enge Zusammenarbeit und Aufgabenteilung mit Berlin. Dort finden sich spezialisierte Kliniken etwa für Transplantationen oder schwer verletzte Unfallopfer. Brandenburg dagegen konzentriere sich auf die stationäre Rehabilitation, sagte Tack.

Ärger über Vorgehen der Charité

Ein Streitpunkt in der Kooperation beider Bundesländer im Krankenhausbereich könnte indes ausgeräumt werden. Die Charité hatte im Frühjahr die Kooperationsvereinbarungen mit elf Brandenburger Kliniken zur akademischen Ausbildung gekündigt. Dieser abrupte Schritt habe bei allen Beteiligten auf Brandenburger Seite für Ärger gesorgt, sagte Tack. „So sieht Partnerschaft nicht aus.“

Auf Drängen der Landesregierung in Potsdam will die Charité den Krankenhäusern nun neue Verträge anbieten. Die Gespräche darüber liefen konstruktiv, so der Geschäftsführer der Landeskrankenhausgesellschaft, Jens-Uwe Schreck. „Es ruckelt sich hoffentlich alles wieder ein“, sagte er der Berliner Zeitung. Angaben Tacks, wonach bereits drei der Kliniken neue Verträge mit der Charité unterzeichnet hätten, konnte Schreck indes nicht bestätigen. Das Berliner Großklinikum hatte die Kündigung mit neuen Regeln für die Approbation von Ärzten begründet und mehr Mitsprache bei der Berufung von Chefärzten in den Lehrkrankenhäusern verlangt.