Getöteter Burak B.: Unbekannte übergießen Denkmal mit Chemikalien

Das neue Denkmal für den in Neukölln erschossenen Deutschtürken Burak B. ist mit einer Chemikalie beschädigt worden. Die Berliner Polizei veröffentlichte am Donnerstagabend bei Twitter einen Zeugenaufruf. Die Ermittler fragen, wer den oder die Täter gesehen hat oder Angaben zu deren Fluchtweg machen kann. Zu sehen ist auch ein Foto, auf dem die Skulptur großflächig mit bläulichen Schlieren überzogen ist. Der Schaden an der fast zwei Meter hohen Bronze-Skulptur entstand demnach zwischen dem 14. und 18. April - und damit etwa eine Woche, nachdem diese aufgestellt worden war.

Finanziert wurde das Denkmal an der Rudower Straße von einer Initiative für die Aufklärung des Mordes, die dafür rund 40.000 Euro Spenden gesammelt hatte. Eine Vertreterin des Vereins hatte den Schaden am Mittwoch gemeldet. Der Staatsschutz ermittelt.

Neuköllner SPD bestürzt über Chemikalien-Attacke

Der Chemikalienangriff hat im Neuköllner Bezirk für Bestürzung gesorgt. Die Tat mache fassungslos, erklärte die Neuköllner SPD am Freitag. Der Rechtsanwalt Ogün Parlayan, der die Familie von Burak B. vertritt, erklärte auf Anfrage: „Die offensichtlich vorsätzliche Beschädigung des erst vor zwei Wochen enthüllten Mahnmals stellt einen weiteren feigen Akt fremdenfeindlicher Gesinnung dar.“ Er hoffe, dass der Staatsschutz den oder die Täter unverzüglich ermitteln könne. 

Demo gegen rechten Terror

Der 22-jährige Burak B. war am Abend des 5. Aprils 2012 von einem Unbekannten erschossen worden. Der Täter schoss mehrmals auf eine Gruppe junger Männer, zu der auch das Opfer gehörte. Zwei weitere Männer wurden schwer verletzt. Der Mörder wurde trotz intensiver Ermittlungen bisher nicht gefunden. Die Initiative sowie Anwälte und Verwandte von Burak B. beklagen, dass rassistische und eventuell rechtsradikale Tatmotive zu wenig berücksichtigt worden seien.

Für den 21. April ist eine Demo „gegen rechten Terror“ in Neukölln angekündigt. (dpa)