Berlin - Bei Gewaltattacken an diesem Wochenende wurden mehrere Menschen von Schlägern schwer oder sogar lebensgefährlich verletzt, wie die Polizei mitteilte. Zwei Männern wurden Zähne ausgeschlagen. Nach allen Taten konnten die Schläger entkommen.

In Gesundbrunnen prügelten zwei Unbekannte auf einen Bäckereiboten ein. Zunächst fragten sie den 44-Jährigen am frühen Samstagmorgen in der Brunnenstraße nach Brötchen. Als der Mann dies ablehnte, schlug einer der Täter ihm ins Gesicht. Nachdem das Opfer am Boden lag, traten die Männer mehrfach gegen dessen Kopf. Dann flüchteten sie. Der 44-Jährige fuhr in seinem Lieferwagen ebenfalls davon und alarmierte die Polizei. Im Krankenhaus stellten die Ärzte einem Polizeisprecher zufolge fest, dass dem Mann mehrere Zähne ausgeschlagen worden waren.

Räuber brechen 37-Jährigem vermutlich die Augenhöhle

Bei einem Raubüberfall in Kreuzberg wurde ein 37 Jahre alter Mann ebenfalls von Unbekannten schwer verletzt. Das Opfer wurde nach dem Angriff am Freitagnachmittag mit Verdacht auf einen Bruch der Augenhöhle, des Jochbeins sowie mit ausgeschlagenen Zähnen in eine Klinik gebracht worden, wie der Polizeisprecher sagte. Den Ermittlungen zufolge war der Mann am U-Bahnhof Kottbusser Tor von zwei Männern angegriffen worden. Die Täter schlugen und stießen ihn eine Treppe hinunter. Als der 37-Jährige schwer verletzt auf einem Treppenabsatz lag, stahlen die Räuber ihm die Geldbörse und entkamen.

Im Ortsteil Hellersdorf im Osten der Hauptstadt wurde ein 18-Jähriger von zwei Männern verletzt, die es auf sein Handy abgesehen hatten. Ein Täter hielt den jungen Mann fest, der andere stach mit einem Messer auf den Arm des Opfers ein. Dann entrissen sie ihm das Telefon und rannten fort. In diesem Fall ist dem Opfer einer der Täter flüchtig bekannt.

Weitere Raubüberfälle mit Verletzten gab es in der Nacht zum Sonntag in Frohnau und Kreuzberg. In Reinickendorf schlugen Unbekannte einen 71-Jährigen bewusstlos und raubten dessen Portemonnaie.

Lebensgefährliche Verletzungen erlitt ein 50-Jähriger am Freitagabend in Lichtenberg bei einem Streit mit einem unbekannten Radfahrer. Als der Fußgänger auf der Straße am Tierpark an einer Baustelle einen eingeengten Gehweg passieren wollte, kam ihm der Radler mit einem Mountainbike entgegen. Es kam zu einer Berührung und einer verbalen Auseinandersetzung. Dieser wollte der 50-Jährige entgehen und lief deshalb weg. Der Radfahrer folgte ihm jedoch und stach ihn der Polizei zufolge nieder. Nach einer Notoperation schwebte der Mann am Samstag nicht mehr in Lebensgefahr.

Wieder Übergriff am Alex

Am Alexanderplatz in Mitte wurde ein angetrunkener 18-Jähriger den Angaben zufolge in der Nacht zum Samstag von Unbekannten attackiert. Zunächst hatte es in der Gontardstraße in Höhe der Tram-Haltestelle am Fernsehturm eine verbale Auseinandersetzung zwischen dem späteren Opfer und einer aus 15 bis 20 Personen bestehenden Gruppe gegeben. Der junge Mann sei dann von mehreren Mitgliedern der Gruppe geschlagen worden. In diese Auseinandersetzung habe sich ein Passant eingeschaltet und damit möglicherweise Schlimmeres verhindert, sagte ein Polizeisprecher. Der Zusammengeschlagene kam zur Beobachtung in ein Krankenhaus. Zur Identität des Mannes, der Zivilcourage gezeigt und damit die Täter möglicherweise an Schlimmerem gehindert hat, konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen. Es habe aber auch noch weitere Zeugen des Vorfalls gegeben, sagte ein Sprecher.

Der Tatort Alexanderplatz ist den Berlinern noch in trauriger Erinnerung, weil hier in der Nacht zum 14. Oktober der 20 Jahre alte Jonny K. so heftig geschlagen und getreten worden war, dass er die Verletzungen nicht überlebte. Drei Tatverdächtige sitzen in Untersuchungshaft, einer befindet sich auf freiem Fuß und nach weiteren wird gefahndet. Der Hauptverdächtige soll sich in der Türkei befinden.

Der Tod von Jonny K. hatte in Berlin für Bestürzung gesorgt und eine erneute Debatte über Gewalt in der Stadt entfacht. Die Schwester des zu Tode geprügelten jungen Mannes, Tina K., war am Donnerstag für ihr Engagement gegen Jugendgewalt mit dem Medienpreis Bambi ausgezeichnet worden. (dapd)