Gewalt in Berlin-Friedrichshain: 25-Jährige am RAW-Gelände überfallen

Eine 25-Jährige sei am späten Montagabend auf der Revaler Straße in Berlin-Friedrichshain von zwei Männern attackiert worden, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Er bestätigte damit einen Bericht des „Tagesspiegels“. Die Polizei ermittelt demzufolge wegen gefährlicher Körperverletzung.

Bei dem Opfer handelt es sich um Josephine Everglot, ein Model aus Berlin. Diese postete am Mittwoch auf Facebook unter ihrem Künstlernamen Josephine van Glitzaknall Fotos der Verletzungen, die sie bei dem Überfall davon getragen hatte und schildert den Vorgang im Detail. Demnach war sie auf ihrem gewohnten Nachhauseweg, als sich ihr in der Nähe des Clubs Rosi's in der Revaler Straße - unweit des RAW-Geländes - zwei Männer von hinten näherten, die sie als dunkelhäutig und groß beschreibt.

Einer der Angreifer hielt die Frau fest. Nachdem sie sich losreißen konnte, stach der andere Mann mehrmals zu. Er zielte offenbar auf den Bauch das Opfers, das die Stiche eigenen Angaben zufolge durch einen Schutzreflex mit dem Arm abwehren konnte. Nachdem sich die Frau aus der Notsituation befreien konnte, traf sie auf drei weitere Personen, die sofort den Notarzt verständigten. Das Opfer musste im Krankenhaus behandelt werden.

Nicht der erste Vorfall dieser Art

Der Angriff weckt Erinnerungen an einen Überfall, der sich vor rund drei Wochen an nahezu ähnlicher Stelle zugetragen hatte. Am 16. August war die Sängerin der Band Jennifer Rostock, Jennifer Weist, und ein Begleiter auf der Berliner RAW-Partymeile angegriffen worden. Zunächst war die Musikerin selbst Ziel eines Diebstahls. Ihr Begleiter schubste den Angreifer jedoch weg - dieser ging auf den 26-Jährigen los und entriss ihm seine Halskette. Ein Komplize versetzte dem Opfer einen tiefen Schnitt in den Hals. Ein mutmaßlicher Täter - ein 15-Jähriger - wurde unterdessen gefasst.

Dieser Vorfall hatte eine heftige Debatte um die steigende Kriminalität am RAW-Gelände insgesamt ausgelöst. Die Polizei gab Tipps für Nachtschwärmer heraus, wie man sich in verdächtigen Momenten verhalten solle, um möglichen Gefahren aus dem Weg zu gehen. Als Sicherheitsmaßnahme wurde inzwischen beschlossen, das Gelände besser auszuleuchten. Seit vergangenem Freitag sind nun im Bereich zwischen Warschauer Straße und Modersohnstraße hellere Straßenlampen installiert worden.

Josephine Everglot betont in ihrem Facebook-Post, das nicht das gesamte Areal um das RAW-Gelände ein riskantes Gebiet sei, sondern warnt davor, lediglich dunklere Ecken in der Gegend zu meiden: "Ihr müsst nicht das RAW Gelände vermeiden, das ist quatsch. Einfach nicht allein die dunklen Straßen langgehen. Dann passiert euch nichts. Es ist schrecklich was passiert, aber woanders geht es schlimmer zu." (BLZ/mit dpa)