Im Flüchtlingsheim am Ostpreußendamm in Lichterfelde ist es in der Nacht zum Mittwoch zwischen fünf Bewohnern zu einer Schlägerei mit homophoben Hintergrund gekommen. Polizisten, die von Bewohnern alarmiert wurden, beruhigten die Lage und nahmen die Personalien auf.

Nach Aussagen von mehreren Zeugen hatten drei Männer kurz vor Mitternacht ein männliches Paar im Alter von 21 und 28 Jahren beobachtet, das Hand in Hand und sich umarmend das Gebäude betrat. Die beiden Männer stammen aus Ägypten und Syrien. Sie sollen von den Männern im Alter von 15, 24 und 25 Jahren angegriffen worden sein. Zunächst sollen sie lautstark ihren Unwillen gegen gleichgeschlechtliche Liebe zum Ausdruck gebracht haben. Zeugen wollen dabei gesehen haben, wie die Männer das schwule Pärchen bespuckten und massiv anpöbelten. Im Verlaufe dieses Streits der fünf Männer, die alle Bewohner der Unterkunft sind, soll dann eines der Opfer von einem Angreifer ins Gesicht geschlagen, in den Arm gebissen und verbal bedroht worden sein. Er wehrte sich und soll selbst seinem Widersacher auf die selbe Art und Weise verletzt haben. Auch er biss seinem Gegner in den Arm und würgte ihn.

Immer wieder Schlägereien wegen Homophobie

Zeugen riefen um Hilfe. Beide Männer wurden von der Feuerwehr versorgt, von der Polizei befragt und anschließend in verschiedene Krankenhäuser gebracht. Nach einer ambulanten Behandlung der Biss-Wunden verließen die Flüchtlinge die Klinik wieder. Die Nationalität der Angreifer ist noch nicht zweifelsfrei geklärt. Sie hatten bei ihrer Registrierung Libanon als Herkunftsland angegeben. Noch in der Nacht wurden die Männer in verschiedenen Heimen untergebracht.

Heimbewohner berichteten am Mittwoch, dass es in Flüchtlingsheimen immer wieder zu Schlägereien zwischen Männern wegen des öffentlichen Bekenntnisses zur gleichgeschlechtlicher Liebe kommt. Viele Flüchtlinge kämen damit nicht klar, so ein Mitarbeiter.