Das Alarm-Stichwort, wegen dem die Polizisten des Abschnitts 65 am Donnerstagnachmittag gerufen wurden, lautete "häusliche Gewalt". Nachbarn hatten die Polizei gegen 15 Uhr zu einer Wohnung in der Südostallee gerufen, weil sie lauten Streit zwischen einem Mann und einer Frau hörten.

Ein 30-jähriger Mann war bei seiner 28-jährigen ehemaligen Freundin aufgetaucht. Er war erst am 19. Mai aus dem Gefängnis entlassen worden und wollte mit der Frau offenbar den Herrentag feiern. Doch es kam zum Streit, er zerlegte die Wohnung und ging auf die Frau los. Er ließ die Badewanne mit heißem Wasser voll laufen und versuchte, die Frau darin unterzutauchen. Doch die wehrte sich offenbar und fügte ihm eine Kopfplatzwunde zu.

Der 30-Jährige rannte mit freiem Oberkörper aus der Wohnung und demolierte ein parkendes Auto. Dann lief er auf die Fahrbahn der Südostallee und schrie Autofahrer und Passanten an. Er hielt einen Pkw an, stellte sich davor und versuchte das Auto zurückzuschieben, was ihm jedoch nicht gelang.

Lässt sich von Taxi mitschleifen

Danach stellte er sich vor einen Lkw und versuchte ihn ebenfalls zurückzudrücken - auch dies ohne Erfolg. Zwischenzeitlich versuchte der Mann ein Taxi anzuhalten, hängte sich an die Tür, deren Fenster halb heruntergelassen war und ließ sich ein paar Meter mitschleifen. Und schließlich legte sich der Mann auf die Fahrbahn und schrie weiter die Passanten an. Inzwischen staute sich der Verkehr auf der Südostallee.

Als der Mann die Sirene der Polizei hörte, lief er zurück auf den Gehweg. Die Polizisten sprachen ihn an, worauf der 30-Jährige völlig ausrastete und sie angriff. Mehrere Beamte waren nötig, um ihn zu fixieren und am Boden zu halten. Ein Notarzt wurde alarmiert. Der Randalierer wurde zunächst in ein Krankenhaus gebracht, wo seine Kopfplatzwunde verarztet wurde. Nach Angaben eines Polizeisprechers stand der Mann unter Alkohol- und Drogeneinfluss. Gegen ihn werde jetzt wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, Sachbeschädigung, Gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt.

(Korrektur: In einer früheren Version hieß es, die Südostallee sei in Neukölln.)

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