Berlin/Potsdam - Die Regenmassen haben in Berlin-Karlshorst eine Baustelle überschwemmt und die Treskowallee unterspült. Dabei sei am Donnerstagabend auch eine Wasserleitung beschädigt worden, sagte ein Polizeisprecher am frühen Freitagmorgen. Demnach hatte der Regen zunächst auf einer Baustelle nahe des S-Bahnhofes Karlshorst Sand weggespült. Dabei sei ein Bagger umgekippt, der in der Nacht geborgen werden sollte. Das Wasser-Sand-Gemisch habe dann die Straße unterspült und zu dem Rohrschaden geführt. Die Feuerwehr twitterte in der Nacht Bilder von dem Einsatz.

Die Polizei sperrte die Straße für die Reparaturarbeiten, auch die Feuerwehr und die Wasserwerke waren im Einsatz. Wie lange sich die Sperrung noch hinzieht, war in der Nacht zunächst nicht absehbar. „Die haben da schwer zutun, das wird sicher noch mindestens bis in den Morgen gesperrt sein“, sagte der Sprecher. Dann sei in der Gegend auch mit Stau zu rechnen. Die S-Bahn war von dem Vorfall nicht betroffen.

Gewitter über Berlin: Flüge am Flughafen Tegel gestrichen

Gewitter und Regen waren am Nachmittag und Abend über Berlin gezogen, hatten mehrere Straßen unter Wasser gesetzt und auch an den Berliner Flughäfen für Einschränkungen gesorgt. „Einige Airlines mussten unwetterbedingt massiv Flüge streichen“, sagte ein Sprecher der Flughafengesellschaft der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf den Airport Tegel. Mehrere Hundert Passagiere waren dort betroffen. Vor allem Flüge nach München und Frankfurt/Main seien ausgefallen. Die Passagiere wurden gebeten, sich bei ihren Fluggesellschaften zu informieren.

Auch der Flughafen Schönefeld war von dem Gewitter betroffen. Wegen starker Winde musste vorübergehend die Abfertigung gestoppt werden. „Bei zu starkem Wind dürfen wir nicht mit allen Fahrzeugen abfertigen. Das ist gesetzlich geregelt“, ergänzte ein Sprecher. Die Abfertigung konnte jedoch am Abend wieder aufgenommen werden. Am Freitagmorgen lief der Flugbetrieb wieder planmäßig.

Blitzeinschläge: S-Bahnen fielen aus

Nach mehreren Blitzschlägen kam es am Donnerstagnachmittag auch auf den S-Bahn-Linien 1, 2, 25 und 26 zu Verspätungen und Zugausfällen, wie die Bahn mitteilte. Im Ortsteil Lichtenrade brannte zudem das Dach eines Mehrfamilienhauses. Nach Einschätzung der Einsatzkräfte sei der Brand sehr wahrscheinlich durch einen Blitzeinschlag verursacht worden. Es habe am Nachmittag mehrere Feuerwehreinsätze gegeben. Ob diese aber in direktem Zusammenhang mit dem Unwetter standen, konnte ein Feuerwehrsprecher zunächst nicht sagen. Gemeldet worden seien Wasserschäden, die den Angaben zufolge noch nicht genauer benannt werden konnten.

Trotz Regen Warnung vor Waldbränden

Trotz der starken Regenfälle warnt die Senatsverwaltung für Umwelt weiter vor Waldbränden in der Hauptstadt. An mehreren Badeseen in Berlin sowie auf zwei Forstflächen außerhalb des Stadtgebiets habe es am Mittwoch und Donnerstag gebrannt, hieß es. Das Feuer an den Seen sei gerade noch rechtzeitig gelöscht worden. Auf den beiden Forstflächen hingegen, die sich in Prenden bei Wandlitz und Ützdorf (beides Barnim) befinden, habe der Wald auf zwei Hektar gebrannt.

„Rauchen im Wald ist keine Bagatelle. Wir haben nur diesen einen Wald und den möchten wir auch erhalten“, sagte ein Sprecher der Senatsverwaltung. Wer gegen das Rauch- und Feuerverbot verstößt, muss mit bis zu 50 000 Euro Strafe rechnen. Allein das Anzünden einer Zigarette koste mindestens 100 Euro Strafe, so die Senatsverwaltung.

Durch Regen etwas Entspannung bei großem Waldbrand in Jüterbog

Beim großen Waldbrand nahe Jüterbog haben Regen und Gewitter für etwas Entspannung gesorgt. „Der Regen vom Donnerstag hat uns schon ein bisschen geholfen“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Freitagmorgen. So hätte sich das Feuer in den letzten Stunden nicht weiter ausgebreitet. „Wir kümmern uns jetzt um die Glutnester und fahren Streife“, sagte der Sprecher weiter. Auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog brennt es auf einer Fläche von rund 800 Hektar. Insgesamt hat der Platz eine Fläche von etwa 9000 Hektar. Erneuter Regen ist nach DWD-Angaben am Freitag nicht in Sicht. Der Waldbrand ist einer der größten in Brandenburg seit Jahrzehnten. (dpa)