Der Deutsche Wetterdienst hat für Mittwochabend vor schweren Gewittern mit Orkanböen und Hagel in Berlin und Brandenburg gewarnt. Bei einem möglichen Blitzschlag bestehe Lebensgefahr, betonten die Wetterexperten am Mittwoch.

Diese Schäden entstanden durch die Gewitter in der Nacht zum Mittwoch

Auf dem Sachsendamm in Tempelhof Richtung Schöneberg blieben unter einer Unterführung zwei Autos im Wasser stecken, und auf der A100 an der Abfahrt Kaiserdamm überfluteten Wassermassen einen Teil der Autobahn so massiv, dass mehrere Fahrzeuge regelrecht absoffen.

Am Mittwochmorgen kam es dort zu weiteren Behinderungen, auch, als das Wasser schon abgeflossen war. Eine Reinigungsmaschine hatte Öl verloren. Der Berufsverkehr wurde zur Geduldsprobe. Gegen 10.15 Uhr wurde die A115 komplett wieder freigegeben.

Auch der Messedamm und der Schlichtallee in Rummelsburg waren überflutet. Im gesamten Stadtgebiet fielen am Dienstagabend Ampeln aus. In Lichtenberg stand das Wasser in mehreren Straßen zum Teil bis zu 40 Zentimeter hoch. In der Pfarrstraße und Kaskelstraße liefen Autos voll und begannen zu schwimmen - am Mittwochmorgen stand kein Fahrzeug mehr, wo es geparkt wurde. Keller liefen voll.

Noch immer sind zahlreiche Feuerwehrleute in der Gegend um die Pfarr- und Kaskelstraße im Einsatz, um Wasser abzupumpen.

Feuerwehr wurde selbst Opfer des Unwetters

Betroffen von dem Unwetter war auch die Feuerwehr selbst. In der Feuerwache 32 im Nikolaus-Groß-Weg brachen Wasserfluten durch ein Flachdach. Die Feuerwehrleute konnten deshalb nach Angaben eines Sprechers nicht ausrücken.

Die Berliner Feuerwehr rief den "Ausnahmezustand Wetter" bis um 3 Uhr in der Nacht aus. Dabei werden Einsätze je nach Wichtigkeit bearbeitet, nicht nach der Zeit des eingehenden Notrufes. Rund 200 Unwettereinsätze wurden zwischen 21 und 3 Uhr gemeldet. 

In Alt-Reinickendorf schlug der Blitz ein - die S25 musste am Abend unterbrochen werden. Auch Bäume stürzten um.

Unwetter in Berlin: Probleme an Flughäfen

Auch an den Berliner Flughäfen gab es wegen des Unwetters massive Probleme. Die sogenannte Vorfeldabfertigung musste laut eines Flughafen-Sprechers am späten Dienstagabend bis in den Mittwochmorgen für mehrere Stunden eingestellt werden. Demnach konnten keine Passagiere in die Flugzeuge ein- oder aussteigen, Starts und Landungen seien aber möglich gewesen. Am frühen Mittwochmorgen sei die „Vorfeldabfertigung“ wieder aufgenommen worden.

Zunächst war der Flughafen Tegel betroffen, kurze Zeit später auch der Airport in Schönefeld, wie es hieß. Die Sicherheitsmaßnahme sei in etwa zeitgleich an beiden Standorten wieder aufgehoben worden. Betroffen gewesen seien Dutzende Flugzeuge, zur Zahl der Passagiere wurden allerdings keine Angaben gemacht. Daraus resultierende Verzögerungen an den beiden Airports konnte der Sprecher für den Mittwochmorgen nicht ausschließen. 

Berliner Flussbad-Pokal fällt sprichwörtlich ins Wasser

Wegen der Folgen des Unwetters mussten die Organisatoren den Flussbad-Pokal, der am Sonntag stattfinden sollte, am Nachmittag absagen. Dabei wollten Hunderte Schwimmer dann zwischen Monbijoubrücke und Humboldt-Forum ins Wasser springen. Da Kanäle übergelaufen seien und mehr als 45.000 Kubikmeter Schmutzwasser in den Spreekanal geschwemmt hätten, sinke die Wasserqualität für einige Tage erheblich. „Dieses Risiko wollen wir nicht eingehen“, sagte Kai Dolata vom Verein Flussbad Berlin. Die Veranstaltung wurde nun auf Ende August verschoben. 

Überschwemmungen, umgestürzte Bäume und Sperrungen in Brandenburg

In Brandenburg musste die Feuerwehr in der Nacht zu Mittwoch ebenfalls zu zahlreichen wetterbedingten Einsätzen ausrücken. Allein in Potsdam gab es infolge des Gewitters mit starken Regenfällen in der Nacht rund 170 Einsatzstellen, wie die Feuerwehr Potsdam twitterte. Regen überflutete mehrere Straßen. In Potsdam musste unter anderem die Zeppelinstraße streckenweise gesperrt werden. Gully- und Kanaldeckel wurden hochgedrückt. Auch im Havelland gingen größere Wassermengen nieder und liefen unter anderem in Keller und Tiefgaragen.

In Potsdam-Babelsberg beschädigten umgestürzte Bäume mehrere Autos. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) schloss am Mittwoch den Neuen Garten, den Pfingstberg und den Park Babelsberg in Potsdam. Auch das Marmorpalais, das Schloss Cecilienhof sowie das Belvedere seien für Besucher nicht zugänglich. 35 Bäume seien in den Parks insgesamt umgestürzt. Wege teils stark ausgespült. Große Gefahr gehe von Kronen- und Astbrüchen aus, wie die Stiftung mitteilte. „Die Aufräumarbeiten dauern noch an“, sagte Sprecher Jan Kallensee. 

In Oranienburg und Schildow (beides Oberhavel) sowie in Schöneiche bei Berlin(Landkreis Oder-Spree) brannten nach Blitzeinschlägen mehrere Dachstühle, hieß es von der Polizei weiter. Außerdem fing eine Solaranlage auf einem Dach im Potsdamer Stadtteil Bornim Feuer. (mit kop., dpa)