Franziska Giffey, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, will für die SPD bei den nächsten Wahlen zum Abgeordnetenhaus antreten.
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BerlinSeit nicht einmal zehn Jahren spielt Franziska Giffey eine Rolle in der Berliner Politik. Dennoch hat sie es zur Hoffnungsträgerin der Berliner SPD gebracht. Dabei vergisst man leicht, dass die 42-Jährige erst ein Mal als Spitzenfrau zu einer Wahl antrat. Das war 2016, als sie bei den Kommunalwahlen ihr mitten in der Legislaturperiode von Urgestein Heinz Buschkowsky geerbtes Amt der Bezirksbürgermeisterin von Neukölln verteidigen wollte: Giffey verlor und gewann zugleich. Zwar büßte sie satte 12,4 Prozentpunkte auf das Buschkowsky-Ergebnis ein, dennoch blieb die SPD mit großem Vorsprung stärkste Kraft in Neukölln. Giffey selbst führte nur zwei Jahre später der Weg vom Rathaus an der Karl-Marx-Straße ins Bundesfamilienministerium an der Glinkastraße – eine atemberaubende Karriere von der Bezirks- auf die Bundesebene.

Nun will sich Giffey bekanntlich einmal auf der Zwischenebene versuchen, im Land. Deshalb tritt sie nun zu ihrer zweiten Wahl an: Franziska Giffey will sich nächstes Jahr in Rudow als Direktkandidatin ins Abgeordnetenhaus wählen lassen.

Es spricht einiges dafür, dass die Wahl für Giffey wieder so endet wie 2016, mit Niederlage und Sieg zugleich. Seit 20 Jahren hat kein Sozialdemokrat das Direktmandat im (klein-)bürgerlichen Ortsteil im Neuköllner Süden errungen. Selbst wenn der durchaus konservativen Giffey Herzen zufliegen werden, dürfte es knapp werden. Rudow gilt als schwarz mit Hang zum AfD-Blau.

Selbst eine Niederlage muss aber kein Hindernis für Giffeys weitere Karriere sein. Wenn alles läuft wie geplant, wird sie noch Ende des Jahres zur SPD-Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl gekürt. Wenn es noch besser läuft, wird Franziska Giffey im September nächsten Jahres Regierende Bürgermeisterin. Mal sehen, ob sich dann noch jemand daran erinnern wird, dass sie einst den schwierigen Weg gegangen ist: den Rudower Weg.