Wieder musste die Polizei eine marode Dienststelle aufgeben. Teile des Abschnitts 42 an der Hauptstraße in Schöneberg wurden am Freitag wegen Schadstoffbelastung gesperrt. Das Haus ist mit dem giftigen Holzschutzmittel PCP verseucht, das im Dachstuhl verarbeitet wurde.

Im Auftrag des Eigentümers Berliner Immobilienmanagement (BIM) waren die Raumluft gemessen und Staubproben entnommen worden. Laut einem internen Schreiben, das der Berliner Zeitung vorliegt, wurden im 2. Stock und in einem Raum des ersten Stocks der zulässige Grenzwert für PCP überschritten. Daraufhin veranlasste der Direktionsleiter die Schließung der Obergeschosse.

Nur das Erdgeschoss bleibt für den Betrieb der Wache und den Funkwageneinsatzdienst geöffnet, weil dort der Wert unterschritten war. Die betroffenen Mitarbeiter werden ab Montag auf ein anderes Gebäude verteilt. Zuvor dürfen sie noch ihre Sachen aus den Büros holen. Ihnen wurde nahe gelegt, Kleidung, die in den Räumen lagerte, zu Hause zu waschen. Wer am Montag zur Arbeit kommt und die Uniform noch nicht vorsorglich gewaschen hat, darf seinen Dienst in ziviler Kleidung und grüner Polizei-Weste versehen.

„Die Räumung erfolgte zum Schutz der Mitarbeiter“, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage. „Kommende Woche wird es erneute Messungen geben.“

Der Abschnitt 42 ist zuständig für Schöneberg Süd und Friedenau, wo über 83.000 Menschen leben. In dem baufälligen Haus macht sich seit langem der Hausschwamm breit, mehrmals fiel die Heizung aus. Zuletzt wurde bei einem Rohrbruch der Keller geflutet.

Es ist nicht das einzige bauliche Problem, das Berlins Polizei hat. Im Juli wurde die Einsatzleitzentrale mit der Notrufannahme am Platz der Luftbrücke wegen Asbest evakuiert. Seitdem klagen Bürger immer wieder über lange Wartezeiten beim Notruf 110.