Berlin - Jetzt gibt es heftige Kritik aus dem Senat. Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) zeigt sich darüber verärgert, dass die Gläserne Blume aus dem Palast der Republik nicht hinter der wiedererstandenen Fassade des Berliner Stadtschlosses im Humboldt Forum gezeigt wird, so wie es einmal vom Senat geplant war.

Auch Kultursenator Klaus Lederer (Linke) ist sauer. „Für sehr viele Menschen aus der ehemaligen DDR verbinden sich mit der Gläsernen Blume eine Menge schöner Erinnerungen“, sagte er der Berliner Zeitung. Die Entscheidung, sie nicht im Schloss zu zeigen, „ist mehr als nur zu bedauern“. „Es ist leider wieder ein Tritt vors Knie der Ostdeutschen, ein weniger Wertschätzen von deren Leben, von deren Erinnerungen“, sagte er. „Ich bin sicher, wäre es um einen Kaminsims aus dem Original-Schloss gegangen, hätten sich Wege und – vor allem Mittel finden lassen.“

Gläserne Blume Erinnerung an „Erichs Lampenladen“

Die Skulptur, die einst im Foyer des Palastes der Republik stand, war bei den Besuchern sehr beliebt. Im Humboldt Forum, das Ende November eröffnet wird, sollte sie deshalb entweder als Original oder als verkleinertes Modell als Erinnerung an „Erichs Lampenladen“ gezeigt werden. Letztere Variante wurde favorisiert, da ein Aufstellen des Originals wegen Schäden nicht möglich ist. Doch die Kuratoren der Sonderschau wollen das Kunstwerk im Miniformat im Schloss nicht zeigen.

Darauf reagiert jetzt Stadtentwicklungssenatorin Lompscher. „Ich bedauere es, das die Gläserne Blume oder eine Replik davon nicht wie geplant im zukünftigen Humboldt-Forum aufgestellt werden soll“, sagte sie der Berliner Zeitung. „Versprochen war etwas anderes. Aber vielleicht ist das noch nicht das letzte Wort.“

Gläserne Blume sollte im künftigen Stadtschloss als Zeitzeugnis ausgestellt werden

Lompscher erinnert damit an eine Aussage, die sie 2016 als damalige Abgeordnete der Linkspartei aufgrund einer Anfrage vom damaligen Senat erhalten hatte. In dieser Aussage hieß es vor drei Jahren, dass der Senat dafür ist, dass die Gläserne Blume im künftigen Stadtschloss als Zeitzeugnis an den Palast der Republik ausgestellt werden sollte, wenn der Bau fertig ist.

Die Original-Skulptur gehört seit dem Abriss des Palast der Republik (2008), der Bundesregierung, wird in Einzelteilen in einem Depot des Deutschen Historischen Museums (DHM) in Spandau aufbewahrt. Ein Aufstellen der Blume sei nicht möglich, da sie nicht mehr standsicher sei, der TÜV dies nicht genehmigen würde. „Eine Restaurierung ist nach Expertenmeinung sehr aufwendig“, sagt DHM-Sprecherin Daniela Lange. „Der finanzielle Aufwand wurde als sehr hoch eingeschätzt, so dass es derzeit keine Pläne gibt, das Kunstwerk auszustellen.“

Schon vor drei Jahren war das Problem bekannt, dass die Original-Skulptur wohl für immer im Depot bleiben würde. Daher wurde damals von der Schlossstiftung ein Modell der Gläserne Blume in Auftrag gegeben, um wenigsten sie in dieser Form in einer Ausstellung zu zeigen. Das Modell wurde damals von dem Magdeburger Künstler Reginald Richter angefertigt, der auch schon die Original-Blume erschaffen hatte. Doch nun erklärte ein Sprecher des Humboldt Forums, dass diese verkleinerte Version des Kunstwerks nicht gezeigt wird, „weil es kein Original ist“.