Berlin - Die ZDF-Reporterin Birte Meier ist mit der Klage gegen ihren Arbeitgeber vor dem Berliner Arbeitsgericht in erster Instanz gescheitert. Die freie Mitarbeiterin des Nachrichtenmagazins "Frontal 21" war vor Gericht gezogen, weil sie zum Teil erheblich weniger verdient als ihre männlichen Kollegen, die die gleiche Arbeit verrichten wie sie.

Da die Klägerin freie Mitarbeiterin des ZDF sei, könne man ihren Verdienst nicht mit den Festangestellten vergleichen. Dass die männlichen Kollegen, die frei für "Frontal 21" arbeiten, ebenfalls mehr verdienen, habe seine Ursache in deren längerer Betriebszugehörigkeit und sei daher keine Diskriminierung.

Keine große Überraschung

Das Urteil war erwartet worden, weil sich Richter Ernst bereits in der mündlichen Verhandlung am 8. Dezember skeptisch über das Anliegen der Klägerin geäußert hatte. So hatte er die Tatsache, dass Birte Meier zum Teil erheblich weniger verdient als ihre männlichen Kollegen mit der Vertragsfreiheit in Deutschland erklärt und mutmaßt, die Männer hätten einfach besser verhandelt: "Das ist Kapitalismus". Zudem hätten Frauen wegen ihrer Schwangerschaften oft weniger Berufserfahrung als Männer und daher geringere Einkünfte.

Birte Meiers Rechtsanwalt Hans-Georg Kluge kündigte an, seine Mandantin wolle in Berufung gehen.