Einfache Frage, einfache Antwort: Wann wird das S- und Regionalbahnnetz in Berlin und Umgebung mal fertig sein, damit nicht permanent Baustellen den Verkehr behindern? „Wahrscheinlich nie“, sagt Alexander Kaczmarek, Bevollmächtigter der Bahn für Berlin, „schon weil wir immer wieder die Strecken und Bahnhöfe modernisieren“.

Also wird weiter gebaut, und auch nächstes Jahr sind neuralgische Punkte betroffen – und Hunderttausende der jährlich 413 Millionen Fahrgäste der S-Bahn müssen leiden.

Neben bereits bekannten Baustellen im Norden oder am Ostkreuz, auf denen immer wieder Einschränkungen zu erwarten sind, werden Baustellen auf dem Ring und auf der Stadtbahn besonders problematisch. Auf dem Ring werden vom 18. März bis 18. April zwischen Westend und Halensee Weichen und Gleise erneuert. Mitbetroffen ist der Umsteigepunkt Westkreuz.

S-Bahn-Ring im Sommer 2016 gesperrt

Neue Weichen gibt’s auch nördlich des Bahnhofs Westend. Um gleichzeitig an der S 21 weiterzubauen, die einmal den Hauptbahnhof in Nord-Süd-Richtung anbinden soll, wird der Ring von 26. August bis 5. September zwischen Westend und Gesundbrunnen gesperrt.

Bei der Baustelle auf der Stadtbahn, wo unter anderem zwischen Friedrichstraße und Zoo ein neues Zugsicherungssystem installiert wird, gibt es noch keine exakten Termine. Man wolle jedoch die Zeit der Fußball-Europameisterschaft (10. Juni bis 10. Juli) Baustellenfrei halten, um eine Fanmeile im Tiergarten nicht zu beeinträchtigen, hieß es.

Wenigstens eine potenzielle Stau-Stelle ist dieses Jahr beseitigt worden – für immer, wie die S-Bahner hoffen. In Oranienburg wurde auf dem Bahnhof und an den Gleisanlagen präventiv nach Weltkriegsmunition gesucht, acht Blindgänger wurden gefunden. Oranienburg, wo es wegen Bombenentschärfungen seit Jahrzehnten regelmäßig zu Einschränkungen gekommen ist, „gilt jetzt als sauber“, sagte Kaczmarek.