Berlin - Für mehr Klimaschutz und gegen die Nutzung von Kohlekraft sind in Berlin nach Angaben der Veranstalter 17.000 Menschen auf die Straße gegangen. Die Polizei sprach von knapp 10.000 Teilnehmern. Unter dem Namen „Global Climate March“ waren am Sonntag aus Anlass der bevorstehenden UN-Klimakonferenz in Paris weltweit zahlreiche Demonstrationen geplant.

Trotz eines Demonstrationsverbots nach den Anschlägen vom 13. November bildeten in Paris mehrere Tausend Aktivisten Menschenketten.

Mit zahlreichen Schildern und bunten Attrappen wie etwa einem „Kohlesaurier“ zogen die Demonstranten bei Schmuddelwetter in Berlin vom Hauptbahnhof zum Brandenburger Tor. Viele Schilder richteten sich an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Zu sehen war etwa die Aufschrift „Frau Merkel: Klima schützen, Kohle stoppen“. Menschen jeden Alters waren dabei.

Kompletter Umstieg auf erneuerbare Energien bis 2050 gefordert

„Der Klimawandel bedroht uns alle gleich“, sagte ein Sprecher der Bürgerbewegung Avaaz, die den Marsch mitveranstaltet hatte. Zu den Organisatoren gehörten auch etwa die Umweltschutzorganisation Greenpeace, der Naturschutzbund (Nabu) und die Umweltstiftung WWF.

Es gehe darum, bei dem Weltklimagipfel den Stimmen der Bürger Gehör zu verschaffen, sagte der Sprecher. Die Veranstalter forderten einen ambitionierten, verbindlichen und gerechten Klimavertrag in Paris, einem kompletten Umstieg auf erneuerbare Energien bis 2050 und einen Kohleausstieg bis spätestens 2040.

Die zwölftägige UN-Klimakonferenz in Paris beginnt am Montag. Ziel ist ein verbindlicher Vertrag, um den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase zu drosseln und die Erderwärmung einzudämmen. Nach den Terroranschlägen von Paris steht das Treffen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Am Samstag hatten Klimaaktivisten in Frankfurt einen Sonderzug mit Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) auf dem Weg nach Paris gestoppt. (dpa)