Monika Herrmann will mehr Polizei im „Görli“

Kreuzbergs Bezirksbürgermeisterin möchte die Park-Anwohner schützen. Sie sieht allerdings in erster Linie die Käufer und nicht die Dealer als problematisch an. 

Berlin-Kreuzberg-In der Debatte um eine Lösung für die anhaltende Drogenproblematik im Görlitzer Park schlägt die Kreuzberger Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) neue Töne an. Der Berliner Morgenpost sagte sie in einem Interview am Montag, sie sei „ausdrücklich für mehr Polizeipräsenz in den angrenzenden Wohngebieten“.

Ein Mannschaftswagen der Polizei steht am „Görli“. Grünen-Politikerin Herrmann möchte die Einsätze der Beamten im stark frequentierten Park erhöhen.
Ein Mannschaftswagen der Polizei steht am „Görli“. Grünen-Politikerin Herrmann möchte die Einsätze der Beamten im stark frequentierten Park erhöhen.

Anwohner in Kreuzberg fühlen sich bedroht

Der Grund dafür sei, dass sich die Bewohner in Kreuzberg mittlerweile „bedroht fühlen, wenn sie von der U-Bahn nach Hause wollen und belästigt werden“. Allerdings sieht Herrmann in erster Linie die Käufer und nicht die Dealer als problematisch an. Man vergesse gerne, so Herrmann weiter, dass es immer „um Angebot und Nachfrage geht“, das sei „ein ganz einfaches kapitalistisches Prinzip. So lange die Menschen kaufen, wird es auch Verkäufer geben“. Also müssen man den Menschen „deutlich machen, dass das Kaufen nicht erwünscht ist“.

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Herrmanns Vorstoß wurde von FDP und CDU scharf kritisiert. „In einer totalen Verdrehung von Täter und Opfer sehen die Grünen offenbar den Suchtkranken und nicht etwa den kriminellen Dealer als Übel, der seinen Stoff auch an Kinder und Jugendliche verkauft und sogar aggressiv aufdrängt“. Nach seinen Worten müsse Ziel der Strafverfolgung „der profitorientierte Dealer und nicht der Konsument sein“. Suchtkranken sei   nach einem in Portugal bereits umgesetzten Prinzip mit einer „verpflichtenden medizinisch-psychologischen Beratung besser geholfen als mit einem ressourcenbindenden Strafverfahren“.

Der CDU-Abgeordnete Kurt Wansner teilte mit: „Frau Herrmann hat jahrelang zugesehen, wie Dealer nach dem Ende der Null-Toleranz-Strategie den Görlitzer Park zurückerobert haben“. Zudem äußerte er Kritik an der Maßnahmen der Grünen-Politikerin: „Mit grotesken Vorschlägen von Verkaufszonen für Drogenhändler oder ihrer Genehmigung eines Fußballturniers mit Dealerbeteiligung hat sie sich als Lobbyistin für Dealer hervorgetan“. Es sei vor allem „dem Druck empörter Anwohner zu verdanken, dass sie nun mehr Polizeipräsenz im Park fordert“.