Islamistische, rechts- und linksradikale Terroristen wollen ein jeweils unterschiedlich definiertes „Schweinesystem“ ins Chaos treiben. In Berlin geht es, folgt man den Internetseiten rings um die „Rigaer 94“, um „vermehrtes Attackieren von Schickimicki-Läden“, um „Abfackeln“ von Autos, um „aktives Eintreten für einen Umsturz“, um den „Hass auf das, was die Unterdrückten unterdrückt“. Letztere Empfehlung stammt von dem Salonkommunisten Sartre. Wie er zählen sich die Berliner Gewaltpropagandisten nicht selbst zu den Unterdrückten; sie verstehen sich als deren Vorkämpfer. Angesichts linker Gewalt spricht der Berliner Verfassungsschutz neuerdings davon, dass „der Schritt zur gezielten Tötung des politischen Gegners nicht mehr völlig undenkbar“ sei. Im Westberlin der 70er-Jahre hatte es solchen linken Terror gegeben: Kammergerichtspräsident Günter von Drenkmann wurde erschossen; Erwin Beelitz, Hausmeister des Britischen Jachtclubs, wurde Opfer einer für andere bestimmten Bombe. Zahllose Gewalttaten folgten.

Soweit die Täter von damals unerkannt blieben oder ihre Strafen abgesessen haben, führen sie heute ein unauffälliges Leben. Doch schweigen sie zu ihren früheren Gewalttaten, ihren weltanschaulich vernagelten Irrtümern - so wie einst ihre Naziväter und jetzt Beate Zschäpe. Was sagen die heutigen Verherrlicher linker Gewalt, ihre Sympathisanten und Verständnisheischenden zu Horst Mahler (Anwalt, linker Terrorist, dann Neonazi), was zu Jürgen Elsässer (Autor bei Konkret und Kursbuch, Chefredakteur der Jungen Welt, jetzt fremdenfeindlicher Einpeitscher)? Nichts! Neulich wurden während einer Demonstration von Gewaltfreunden der „Rigaer 94“ 123 Polizeibeamte verletzt. Mit Recht sprach Innensenator Frank Henkel von einer „Gewaltorgie“ Linksradikaler. Die Angesprochenen antworteten auf dem Internetportal Linksunten: „In diesem Moment haben wir uns wirklich Heckenschützen gewünscht.“ Wer so spricht, handelt verbrecherisch, auch weil er rechtsradikalen und islamistischen Terroristen ein Vorbild gibt.

Während des islamistischen Anschlags auf Charlie Hebdo am 7. Januar 2015 rief ich meinen Sohn in Paris an. Er wohnt mit seiner Familie 600 Meter entfernt von dem damals gleichfalls mörderisch angegriffenen koscheren Supermarkt Hyper Cacher. Er saß mit dem Baby zu Hause. Seine Frau konnte er nicht erreichen. Der ältere Sohn war in der Vorschule kaserniert, die Anwohner waren aufgerufen, hinter verschlossenen Fenstern und Türen zu bleiben. Am Telefon hörte ich Hubschrauber, später Schüsse. Was das familiäre Wohl anging, vertrauten wir fest den Sicherheitskräften. Seither stehen vor der Schule dauerhaft zwei Schwerbewaffnete zu denen mein Enkel, ein fröhlicher Knirps, fast stolz bemerkt: „C'est la guerre!“ Das ist der Krieg!

Auch in Berlin werden wir hartem Terrorismus nicht dauerhaft entkommen. Er wird uns noch viele Jahre in Atem halten. Deswegen brauchen wir eine Polizei, die nicht gleichzeitig von linken Extremisten angegriffen und als „Bullenhorde“ verhöhnt wird. Wir müssen das Gewaltmonopol des Staates schützen. Darüber sollten in Berlin nicht nur linksradikale Gruppen nachdenken, sondern auch einige Politiker der Grünen, der Linken und der SPD.