In Berlin wird bald gewählt. Die Plakate sind öde. Wenn der CDU-Vorsitzende Frank Henkel mit Themen Wahlkampf macht, für die der Bundesgesetzgeber zuständig ist (Burka-Verbot und doppelte Staatsbürgerschaft), demonstriert er, dass ihm zu Berlin nichts einfällt. Sprechen wir stattdessen von der alle betreffenden Stadtentwicklung und dem dafür zuständigen Senator Andreas Geisel (SPD).

Das Ressort ist schwierig. Dort prallen schwer zu vereinbarende Interessen aufeinander. Genau deshalb sollte es besonders korrekt geführt werden. Möglicherweise geschieht das nicht. Warum hat Senator Geisel ohne jeden klaren Grund einen Investor am Leipziger Platz von der gesetzlich vorgesehenen Auflage befreit, in dem dort geplanten zehngeschossigen Gebäude auch einige Wohnungen entstehen zu lassen? Eine Erklärung verweist auf den vormaligen Bausenator Peter Strieder, mittlerweile Lobbyist des besagten Investors. (Nur nebenbei: Strieder repräsentierte 1991/92 die linke Kreuzberger SPD und die Hoffnung auf eine rot-grüne Märchenhochzeit.) Zudem belasten Geisels politisches Konto jene gestückelten Spenden, die der allgegenwärtige Bauunternehmer Klaus Groth dem SPD-Bezirksverband Lichtenberg zukommen ließ – der politischen Heimat des Bausenators. Das riecht nach Bausumpf.

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