Der Berliner Yakub Yilmaz hat 22 Goldbarren und 3500 Euro Bargeld in einer herrenlosen Tasche gefunden. Doch statt den Schatz im Gesamtwert von rund 40.000 Euro zu behalten, ging der 56-Jährige zur Polizei und gab Gold und Geld vollständig ab. Jetzt hat der Besitzer alles wieder. Und Berlin einen wahrlich ehrlichen Helden.

Yilmaz war am Donnerstagmittag die Ganghoferstraße in Neukölln entlang gelaufen, als er eine Tasche unter einem Baum direkt vor der Sparkasse entdeckte. Mit einem weiteren Passanten schaute er hinein, sah zunächst nur Ausweispapiere und Dokumente. Als der Mann die Tasche aufhob, um sie zur Polizei bringen, wunderte er sich über das Gewicht.

„Also habe ich nachgesehen. Und dann hat es mir erstmal die Sprache verschlagen“, sagt Yilmaz. Denn unter den Dokumenten lagen 22 Goldbarren mit einem Gesamtgewicht von einem Kilo, dazu 3500 Euro in bar. Yakub Yilmaz, der seit einem Arbeitsunfall im Jahr 2004 zu 60 Prozent schwerbehindert und damit auf Hilfe vom Amt angewiesen ist, schloss die Tasche und brachte sie zum Abschnitt 55 der Berliner Polizei.

Dank der Ausweispapiere konnten die Beamten den Besitzer schnell ausfindig machen. „Er hatte die Mappe nach eigenen Angaben abgestellt, als er gerade sein Rad abschloss. Und das Geld und sein Gold ganz einfach dort vergessen“, sagt eine Sprecherin der Polizei. Noch am selben Tag konnte sich der Mann seine wertvollen Besitztümer im Fundbüro abholen. Und obwohl diese nur wenige Stunden im Büro am Platz der Luftbrücke aufbewahrt wurden, muss der Verlierer zehn Prozent des Gesamtwertes als Gebühr für die Bearbeitung und Lagerung des Fundes zahlen.

Auch Yakub Yilmaz bekommt seinen gerechten Finderlohn, nach eigener Aussage etwas über 1000 Euro. Das Geld werde nun gespart, sagt der Finder, damit er mit seiner Frau und seinen drei Kindern irgendwann „wieder mal Urlaub in meiner Heimat, der Türkei, machen kann.“