Potsdam - Am Donnerstagmorgen herrscht nur scheinbar normaler Betrieb auf dem Oberlin-Campus, wo in Potsdam-Babelsberg Behinderte versorgt werden. Kinder spielen in einer Kita, Schüler werden in Rollstühlen zum Unterricht geschoben, Pflegende halten Besprechungen in Backsteingebäuden ab. Nur vor dem Thusnelda-von-Saldern-Haus an der Rudolf-Breitscheid-Straße liegen Blumen und Abschiedsbotschaften: „Gott, warum?“, steht dort geschrieben, und: „Wir können das nicht begreifen.“ Polizisten sichern in Schutzanzügen Spuren am Tatort, Sicherheitsleute schirmen die Presse ab.

Am Vorabend ist in dem Behindertenwohnheim Unfassbares geschehen. Eine 51-jährige Mitarbeiterin hat offenbar vier Bewohner der Einrichtung getötet. Nach Informationen der Berliner Zeitung arbeitete sie jahrelang in dieser Abteilung und brachte vier Bewohnern, zwei Männern und zwei Frauen, tödliche Schnitt- bzw. Stichverletzungen bei. Eine fünfte Frau überlebte zunächst schwer verletzt, ihre Überlebenschancen wurden am Mittwoch auf 50:50 geschätzt. Die Opfer sollen 31 bis 56 Jahre alt sein. Die Tatverdächtige wurde in eine Psychiatrie eingewiesen, wie am Donnerstagabend bekannt wurde, der Haftrichter sah Gründe für verminderte Schuldfähigkeit.  

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