Berlin - Ist das Kunst oder kann das weg? Diese skurrile Aktion ist vor allem eins: lebensgefährlich. Eine Berliner Graffiti-Crew hat vor kurzem Blumenkästen an die Fenster einer S-Bahn gehängt. Nun brüsten sich die Mitglieder der Gruppe auf YouTube mit einem Video. Die Bahn will die „Künstler“ jetzt anzeigen.

Sie verstecken sich am Bahndamm, im Gepäck bepflanzte Blumenkästen, präpariert mit Doppel-Klebeband. Dann fährt die S-Bahn ein. Die vermummten Graffiti-Künstler stürmen los, pappen die Kästen an die Fenster der S-Bahn.

"Geile Aktion"

Was auf den ersten Blick wie eine witzige Kunstaktion wirkt, ist das neueste Projekt der Graffiti-Truppe "Toy". Viele bejubeln die außergewöhnliche Aktion im Netz, schreiben Kommentare wie „geile Aktion“ und „voll gut“. Nur die Berliner S-Bahn ist wenig begeistert.

„Der Vorfall ist der S-Bahn bekannt und wird zur Anzeige gebracht“, bestätigte ein Sprecher auf Nachfrage. „Durch solche Aktionen bringen sich die Täter zunächst selbst in eine lebensgefährliche Situation, da sie sich auf Betriebsgelände, über befahrene Gleise bewegt haben und sie damit auch im Bereich durchfahrender Züge waren.“

Gefahr für andere

Immer wieder enden solche Aktionen in der Sprayer- und Trainsurfer-Szene tödlich. Doch nicht nur sich selbst gefährden die Guerilla-Gärtner. „Nicht auszudenken, wenn sich einer oder mehrere der Blumenkästen bei hoher Geschwindigkeit gelöst und andere Personen verletzt oder entgegenkommende Züge beschädigt hätten, so der S-Bahn-Sprecher.“

Es ist übrigens nicht die erste Aktion der Graffiti-Crew: Erst Ende August hatte "Toy" sich dabei gefilmt, wie sie im im U-Bahnhof Rosenthaler Platz in aller Ruhe Werbeplakate ab- und dafür eigene Leinwände mit Kunst aufhingen - auch das war eine hochgefährliche Unternehmung.