Die Zahl rechter Gewalttaten in Berlin nimmt zu. Insgesamt 380 rassistische, antisemitische und rechtsextreme Angriffe auf Personen gab es im vergangenen Jahr. Das ist ein Anstieg von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mindestens 553 Personen wurden verletzt und bedroht.

Das ergaben Recherchen der Opferberatungsstelle ReachOut und der Berliner Register. „Wir dachten das schlimme Jahr 2015 wäre nicht zu toppen“, sagte Sabine Seyb von ReachOut der Berliner Zeitung. Damals waren es insgesamt 320 Angriffe.

Nur in Pankow weniger Taten

Noch deutlicher ist das Bild, wenn neben Gewalttaten auch Propagandaaktivitäten wie Aufkleber, Plakate oder Sprühereien, Sachbeschädigungen, Veranstaltungen und Beleidigungen hinzugezogen werden. Dann sind es insgesamt 2677 Vorfälle (2015: 1820) in allen Bezirken. Die meisten passierten in Treptow-Köpenick.

Abgesehen von Pankow ist in allen Bezirken ein Anstieg zu verzeichnen. „In vielen Bezirken entstand im vergangenen Jahr ein Klima der Angst“, sagte Kati Becker von den Berliner Registern. Beide Institutionen fordern, dass sich Politiker noch häufiger öffentlich gegen die Taten positionieren sowie ein Bleiberecht für Opfer rechter Gewalt.