Graue Wölfe: Wie ein Mitglied der nationalistischen türkischen Organisation Spitzel für die Stasi wurde

Berlin - Die für einige Jahre letzten Schritte in Freiheit führten den 21-jährigen Erol Ü. am 28. Mai 1982 über den Alexanderplatz in Berlins Mitte. Der junge Türke, der als Kunststoffverarbeiter bei den Westberliner Ford-Werken arbeitete, war an diesem Maitag über den Bahnhof Friedrichstraße eingereist und hatte sich dann in die S-Bahn gesetzt, um zwei Stationen zum Alex zu fahren. Einen Rucksack hatte er dabei, in dem sich zehn Karabinerhaken befanden. Damit wollte er in eine kleine Seitenstraße zwischen Alex und Rosa-Luxemburg-Platz. Dort, in der Nähe der Volksbühne, sollte Ü. den Mann aufsuchen, den er in den vorangegangenen Tagen schon zweimal getroffen hatte und der nun auf den Rucksack wartete. Nach der Übergabe wäre noch ein kleiner Bummel durch die Stadt drin gewesen, vielleicht auch ein Einkauf im Centrum Warenhaus – danach wollte Ü. wieder zurück nach Westberlin.

Doch als er auf den Mann zuging, dem er den Rucksack übergeben sollte, öffneten sich plötzlich Türen in den umliegenden Häusern. Zwei Autos brausten heran, aus denen Männer sprangen. Ü. und sein Treffpartner Dietmar S., ein Ex-Stasi-Mitarbeiter, wurden in die Fahrzeuge gezerrt, die daraufhin mit hoher Geschwindigkeit davonrasten. Nach ein paar Sekunden schon herrschte wieder Ruhe auf der Straße. Als wäre nichts passiert.

Graue Wölfe rekrutieren sich bis heute aus ultrarechten Mitgliedern türkischer nationalistischer Parteien wie MHP und BBP

Mit der filmreifen Festnahmeaktion hatte die Stasi gleich zwei Anliegen erledigen können. Zum einen verhinderte sie den spektakulären Fluchtversuch eines abtrünnigen Ex-Kollegen, worüber noch zu berichten sein wird. Zum anderen war dem DDR-Geheimdienst mit dem jungen Türken aus Westberlin erstmals ein Mitglied der vom MfS als „rechtsextremistisch/neofaschistische Feindorganisation“ eingestuften Grauen Wölfe ins Netz gegangen.

Die Extremistengruppe Graue Wölfe rekrutiert sich bis heute aus ultrarechten Mitgliedern türkischer nationalistischer Parteien wie MHP und BBP. Anfang der 80er-Jahre, als die Stasi sie zunehmend ins Visier nahm, durften die Grauen Wölfe nach mehreren Mordanschläge in Deutschland und Westeuropa allerdings nicht mehr offiziell in Westberlin agieren und nutzten daher für ihre Aktivitäten und Zusammenkünfte den Tarnmantel scheinbar harmloser Sport-, Moschee- und Kulturvereine. Enge Verbindungen unterhielten sie auch zu konservativen Menschenrechtsorganisationen, die sich – wie die türkischen Faschisten – dem Kampf gegen den Kommunismus verschrieben hatten.

Die Grauen Wölfe bildeten ein bedeutendes Sicherheitsrisiko für die DDR und die BRD

Das war auch ein wesentlicher Grund dafür, warum die für Terrorabwehr zuständige Stasi-Abteilung XXII das Treiben der türkischen Organisation zunehmend mit Argwohn beobachtete. Seit die Grauen Wölfe nämlich nicht nur Terror und Repression gegen ihre in der Bundesrepublik lebenden Landsleute ausübten, sondern verstärkt den Schulterschluss mit westlichen Politikern und Geheimdiensten sowie rechtsextremistischen und sogenannten DDR-Feindorganisationen suchten, sah das MfS auch den SED-Staat bedroht. „Aufgrund des faschistisch-terroristischen Charakters ihrer Zielstellung und Aktivitäten sowie der hohen Intensität ihrer Aktionen in unserem westlichen Nachbarland BRD bilden die ,Grauen Wölfe’ ein bedeutendes Sicherheitsrisiko sowohl für die DDR und ihre Verbündeten, als auch für alle progressiven Kräfte in der BRD“, heißt es im Eröffnungsbericht der im Januar 1984 von der Stasi angelegten „Feindobjektakte (FOA) Graue Wölfe“. 

In dem mehrere Hundert Seiten umfassenden Dossier sind umfangreiche Auswertungsberichte der Abteilung XXII über Struktur, Arbeitsweise und personelle Aufstellung der Grauen Wölfe festgehalten sowie Lagebeschreibungen samt Fotos der wichtigsten Stützpunkte im Bundesgebiet und Westberlin. Auch wenn die Aktivitäten der Organisation nach dem Papst-Attentat 1981, das vom ehemaligen Graue-Wölfe-Mitglied Ali Agca verübt wurde, und nach internen Richtungsstreitigkeiten in der deutschen Sektion in den 80er-Jahren stark zurückgingen, schätzte die Stasi noch im Mai 1989 ein, dass die Grauen Wölfe „perspektivisch eine Rolle im Feindpotential spielen werden“. 

Graue Wölfe hatten gute Beziehungen zu CDU-Politikern

Der 21-jährige Ü. hatte sich 1981 den Grauen Wölfen angeschlossen. 1968 war er mit seiner Mutter und seinem Bruder aus Istanbul nach Westberlin gekommen. Nach der 9. Klasse verließ er die Schule, eine Berufsausbildung nahm er nicht auf, stattdessen verrichtete er Aushilfsjobs. Ab Anfang 1982 hatte er aber eine Anstellung bei den Ford Werken, da schien es aufwärts zu gehen. Das lag möglicherweise auch an seinen neuen Freunden, die über politischen und damit auch wirtschaftlichen Einfluss verfügten. 

Erst ein paar Monate zuvor hatte Ü. eine Gastmitgliedschaft in der CDU-Jugendorganisation Junge Union beantragt, zuvor war er schon der CDU-Vereinigung Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) beigetreten. Dazu hatten ihm seine Kameraden von den Grauen Wölfen geraten, die gute Beziehungen zu CDU-Politikern in Westberlin pflegten, sagte Ü. später aus. 

Eine Organisation, mit der die Grauen Wölfe in Westberlin eng zusammenarbeiteten, war die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGfM). Die strikt antikommunistische Organisation, die in der Zeit des Kalten Krieges wegen ihrer Nähe zu Regimes in Südafrika und Chile, aber auch zu rechtsextremistischen Gruppen umstritten war, wurde von der Stasi als eines der zentralen Feindobjekte bearbeitet. Auch Ü. war beteiligt an Aktionen mit der IGfM, die sich gegen die Berliner Mauer und sowjetische Einrichtungen in Westberlin richteten. Viel schwerer aber wog natürlich das Vorhaben, wegen dem Ü. in der Nähe der Volksbühne festgenommen worden war. Es ging um eine spektakuläre Flucht, die von der IGfM organisiert und vorbereitet worden war – so sagte es Ü. später beim MfS aus und bestätigte damit auch Berichte eines von der Stasi in die Menschenrechtsorganisation eingeschleusten Spitzels.

Ex-Stasi-Offizier wollte mit 40 Ballons nach Westberlin schweben

Demnach sollte Dietmar S. – ein damals 31-jährige Ex-Stasi-Offizier, der nach seiner Verurteilung als Vergewaltiger aus dem MfS entlassen worden war – vom Dach eines Hochhauses auf der Fischerinsel an 40, mit einem Spezialgas gefüllten Ballons hängend nach Westberlin schweben. Mit zwei Journalisten vom ZDF und der Bild-Zeitung hatten die Organisatoren angeblich bereits Exklusivverträge zur Vermarktung der Flucht ausgehandelt. Um die in zwei Kissen eingenähten Ballons sowie weitere Bestandteile der Konstruktion, wie die Karabinerhaken, nach Ostberlin zu schmuggeln, baten IGfM-Mitglieder die Grauen Wölfe um Unterstützung.
Für die Kurierfahrten wählten die Grauen Wölfe Ü. aus. Das MfS, dass durch seine Spitzel in der IGfM stets auf dem Laufenden war über den Fortgang der Operation, musste nur auf eine günstige Gelegenheit zum Eingreifen warten. Am 28. Mai 1982 war es soweit. Der junge Türke wurde festgenommen und wochenlang durch die Stasi verhört. 

In den Vernehmungen gab er alles zu und packte darüber hinaus auch über die Grauen Wölfe aus. Seine Aussagebereitschaft zahlte sich zunächst aber nicht aus: Nach einem dreitägigen Prozess vor dem Bezirksgericht Cottbus wurde Ü. wegen staatsfeindlichem Menschenhandel, Hetze und Herabwürdigung der DDR zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Verbüßen musste er seine Strafe im „gelben Elend“, der Strafvollzugseinrichtung Bautzen II.

Erol Ü. soll als IMB für die Stasi arbeiten

Vollständig absitzen brauchte der Türke seine Haftstrafe aber nicht, weil die Stasi konkrete Pläne mit ihm hatte. Welche, das enthüllt ein im Sommer 1984 verfasster Auskunftsbericht der Abteilung XXII über den Strafgefangenen. Demnach habe Ü. im Untersuchungsverfahren aktiv mitgearbeitet und „über seine Strafsache hinaus umfangreiche, detaillierte Angaben über die Terrororganisation ,Graue Wölfe’, die IGfM sowie das Zusammenwirken einzelner ihrer Mitglieder mit neonazistischen und rechtsextremistischen Gruppierungen des Operationsgebietes“ gemacht. Während seiner Haftzeit habe Ü. zudem als Informant „operativ auswertbare Ergebnisse“ erbracht, auch hätten „seine Arbeitsleistungen (…) ständig über 200 Prozent“ gelegen. „Es ist vorgesehen, ihn als IMB zur Bearbeitung der „Grauen Wölfe“ sowie (…) der IGfM u.a. rechtsextremistischer Potentiale des Operationsgebietes zu entwickeln“, heißt es in dem Auskunftsbericht der Stasi.

Zu diesem Zeitpunkt führte die Stasi bereits drei sogenannte Inoffizielle Mitarbeiter mit Feindberührung (IMB) innerhalb der türkischen Organisation. Für die Abteilung XXII spitzelten in Westberlin IMB „Hassan“ und im Bundesgebiet IMB „Isa“; die für Spionageabwehr zuständige Abteilung II der Berliner Bezirksverwaltung hatte zudem IMB „Taruk“ in Westberlin im Einsatz.

Ü. konnte am 27. März 1985, nach fast drei Jahren Haft in der DDR, nach Westberlin zurückkehren. Die Stasi hatte ihn aber nun am Haken. Er solle doch bitte nicht vergessen, dass er mit seinen umfangreichen Aussagen seine Kameraden von den Grauen Wölfen und von der IGfM stark belastet habe, erinnerte ihn sein Gesprächspartner von der Abteilung XXII am Entlassungstag. Wenn er also auf den Gedanken kommen sollte, sich dem langen Arm des MfS in Westberlin entziehen zu wollen, werde man schon Mittel und Wege finden, die Grauen Wölfe über seinen Verrat zu informieren.

Der neue IMB lieferte dem DDR-Geheimdienst brisante Informationen

Der junge Türke aber war bemüht, die Zweifel an seiner zugesagten Bereitschaft zur Kooperation bald zu zerstreuen. Bis Mai 1986 traf er sich insgesamt siebenmal mit seinem Führungsoffizier und lieferte dabei „einige operativ bedeutsame und auswertbare Informationen und Hinweise“, heißt es lobend in einem Stasi-Vermerk. So berichtete er über drei als Vereine getarnte Terrorzellen der Grauen Wölfe in Westberlin, über Einzelpersonen aus der Szene sowie über Aktivitäten der umstrittenen islamischen Bewegung Millî Görüs. Die Stasi war zufrieden und verpflichtete ihren türkischen Zuträger am 29. Mai 1986, bei einem festlichen Essen im Forsthaus an der Flut in Briesen – wo auch schon die Überläufer der RAF bewirtet und ausgefragt wurden – als IMB mit dem Decknamen „Piero“. Die Kooperation mit der Stasi zahlte sich für Ü. auch finanziell aus. Den IM-Akten zufolge erhielt er bei jedem Treffen Beträge zwischen 100 und 200 D-Mark in bar. Von Zeit zu Zeit wurden auch Einzelprämien in Höhe von 500 D-Mark bezahlt.

IMB „Piero“ lieferte dem DDR-Geheimdienst bei den monatlichen Treffs in den folgenden Jahren eine Reihe brisanter Informationen aus dem Inneren der Graue-Wölfe-Organisation. So berichtete er zum Beispiel davon, dass in oder bei Ulm – wo sich die Bayern-Zentrale und das sogenannte Zentralarchiv der Grauen Wölfe befinde – eine „spezifische Einsatzgruppe“ gebildet worden sei. Diese Terrorzelle orientiere sich am Vorbild der in der Türkei verbotenen Vergeltungskommandos mit der Bezeichnung TIT und arbeite mit streng konspirativen Mitteln. Die Ulmer TIT bestehe – so „Piero“ – aus etwa 17 Personen, die wegen ihrer terroristischen Aktivitäten in der Heimat gesucht werden. 

Erkannten Mitgliedern der Grauen Wölfe wurde die Einreise in die DDR verweigert

Darüber hinaus gab er Auskunft über Neonazis, mit denen die Grauen Wölfe in Kontakt stehen, und über ihm bekannte Republikaner. Immer wieder lieferte „Piero“ auch Videoaufzeichnungen und Fotos, etwa von Kongressen der Grauen Wölfe und regionalen Zusammenkünften sowie umfangreiche Namenslisten von Mitgliedern. So brachte er etwa im Juli 1988 eine Videokassette vom zentralen Kongress in Belgien nach Ostberlin, auf dem neben vielen Spitzenleuten der deutschen und österreichischen Sektion auch Graue-Wölfe-Anführer Alparslan Türk auftrat. „Piero“ identifizierte die Personen auf den Fotos und gab zu ihnen weitere Hintergrundinformationen. Das Material landete dann in der Stasi-Feindobjektakte über die Grauen Wölfe.

Das von „Piero“ gelieferte Material wurde auch dazu genutzt, erkannte Mitglieder der Grauen Wölfe im Grenzfahndungssystem zu erfassen, um ihnen gegebenenfalls die Einreise in die DDR zu verweigern oder sie bei ihren Besuchen im Osten zu überwachen. Im Juni 1987 waren laut einem „Maßnahmeplan zur Feindobjektakte Graue Wölfe“ 232 Mitglieder und Sympathisanten der Organisation erfasst.
Im Juli 1988 sollte Ü. in den Vorstand des Westberliner Vereins ÜGD der Grauen Wölfe aufgenommen werden. Dort wäre er als Generalsekretär dann für die Organisierung von Veranstaltungen und die sogenannte Sicherungsgruppe im Verein verantwortlich gewesen. „Mit der Wahl des IMB in der Vorstand der ,ÜGD’ in Westberlin ergeben sich für die Perspektive der politisch-operativen vorbeugenden Bearbeitung und Aufklärung (…) der „Grauen Wölfe“ bedeutsame Möglichkeiten“, frohlockte die Abteilung XXII.

Die Grauen Wölfe hegen Verdacht gegen Erol Ü.

Die Sache zerschlug sich aber, weil plötzlich der Verdacht gegen Ü. entstand, ein Stasi-Agent zu sein. Darüber berichtete eine andere MfS-Quelle in der türkischen Szene Westberlins mit dem Decknamen „Taruk“. Demnach sei bereits Anfang 1988 ein entsprechender Verdacht entstanden, als „Piero“ durch „auffällige Verhaltensweise wie das Dokumentieren von Veranstaltungen (…) mit Foto und Videotechnik in das Blickfeld von Leitungsmitgliedern“ geraten sei. „Durch die Quelle wird eingeschätzt, dass der Türke bei einer Bestätigung der Verdachtsmomente durch Anhänger der ,Grauen Wölfe’ liquidiert wird“, heißt es mahnend in dem Mitte Februar 1989 verfassten Stasi-Bericht.

Auch ein weiterer Agent mit Decknamen „Hassan“, den die Abteilung XXII bei den Grauen Wölfen führte, wusste Mitte März 1989 von dem Verdacht gegen Ü. zu berichten. Danach sei inzwischen sogar ein anonymer Brief beim Vorstand der Organisation eingegangen, in dem „Piero“ angeschwärzt worden sei. Aufgefallen sei er deshalb, weil einige der selbstgefertigten Videofilme der Grauen Wölfe, die von Ü. in die Türkei verbracht werden sollten, unterwegs offenbar abhanden gekommen sind. Der Briefeschreiber vermutete, dass der junge Türke Filme und Fotografien über die Grauen Wölfe an das MfS verkauft, weil er in DDR-Haft „zum Kommunisten erzogen worden“ sein soll. 

Ist Erol Ü. heute noch am Leben?

Die Stasi reagierte und fing an, die sogenannten Vortreffs in Ostberlin zu überwachen. Bei einem solchen Vortreff findet sich ein IM an einem festgelegten Ort ein und begibt sich dann auf direktem Weg in das konspirative Objekt, wo der eigentliche Treff stattfindet, oder zu einem in der Nähe gelegenen Punkt, wo er mit dem Führungsoffizier zusammentrifft, der ihn dann zum Treffort begleitet. Im Fall von „Piero“ fand dieser Vortreff in Berlin-Mitte statt, in der Nähe des Stadtbads Mitte in der Gartenstraße. Von dort fuhr der IM mit seinem Führungsoffizier meist in das bei Briesen in der Mark gelegene „Objekt 75“. Die Observationen dieser Vortreffs, die in den IM-Akten dokumentiert sind, erbrachten für die Stasi aber keine Auffälligkeiten – offenbar war Ü. von seinen Leuten nicht bis in den Osten verfolgt worden. 

Die Treffs mit dem IMB wurden fortgesetzt. Der letzte fand am 18. November 1989 statt. Noch einmal kassierte Ü. Geld vom MfS und quittierte als „Piero“ den „Empfang von 300,- DM (Dreihundert) von dem mir bekannten Mitarbeiter des Amt(es) für Nationale Sicherheit“, wie die Stasi inzwischen hieß. Es ist das letzte Blatt in der IM-Akte. 

Ob Erol Ü. heute noch lebt und wo, war nicht festzustellen. Versuche, den heute 58-jährigen Türken zu finden, um mit ihm über seine damaligen Kontakte zum MfS zu sprechen, blieben erfolglos.