"Wie könnt ihr es wagen!" Dieser Ausruf, den Greta Thunberg am Montag in ihrer Ansprache beim Klimagipfel der Vereinten Nationen in New York viermal verwendete („How dare you“) ist auch eine Frage, die man zunächst einmal ernst nehmen könnte. Wie können sie es denn tatsächlich wagen, diese rund 60 Regierungschefs, die dort versammelt vor ihr saßen – die Weltmächtigen, darunter auch Angela Merkel –, es Kindern und Jugendlichen zu überlassen, der Welt Hoffnung auf ein Morgen zu geben, während sie selbst diese Hoffnungen mit dem eigenen Sitzungshintern bisher immer wieder eingerissen haben.

„Die Menschen leiden. Die Menschen sterben. Ganze Ökosysteme brechen zusammen. Ein Massenaussterben hat begonnen. Und ihr redet nur über Geld und das Märchen vom ewigen wirtschaftlichen Wachstum. Wie könnt ihr es wagen!“ Können sie es wagen, weil sie die Klimaschutzbewegung der Jugend zwar für medienwirksam, aber letztlich machtlos halten? Weil sie annehmen, die Forderungen seien von den Millionen Protestierenden auf den Straßen längst nicht so ernst gemeint wie von Greta Thunberg selbst? Weil sie vielleicht schlicht nicht glauben, dass es wenige Sekunden vor zwölf ist? Oder denken, diese Sekunden reichten für ihr eigenes Restleben doch noch aus? Weil sie sich am Ende gar selbst für machtlos halten?

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