Außenbereich der Griessmuehle.
Foto: Sabine Gudath

Berlin-Neukölln Der Technoclub Griessmuehle wird am jetzigen Standort an der Sonnenallee 221 in Neukölln am Montag, 3. Februar, schließen und zunächst übergangsweise auf ein neues Gelände ziehen, hat die Clubcommission Berlin am Mittwoch mitgeteilt.

Das Gelände am Schifffahrtskanal soll aber für die Clubkultur der Stadt erhalten bleiben. Der Investor S Immo habe sich bereit erklärt, eine Entwicklung zu Veranstaltungs-, Gastronomie- und Clubflächen auf dem Gelände mit der Clubcommission zu prüfen. „Ich freue mich erstmal über diese Lösung“, sagte Neuköllns Bürgermeister Martin Hikel (SPD). Neukölln sei Britzer Mühle und Griessmuehle und er wolle, dass das auch in zehn Jahren noch der Fall ist.

Standort kann langfristig für Clubkultur erhalten werden

„Es ist ein Erfolg, dass der Standort langfristig für die Clubkultur gesichert werden kann“, sagte der Grünen-Abgeordnete Georg Kössler zu der Einigung. Das Gelände sei dafür prädestiniert. Der Einigung vorausgegangen waren mehrere Gespräche zwischen der den Clubbetreibern, der Clubcommission, Landes- und Bezirkspolitikern sowie dem Investor S Immo, einer österreichischen Investmentgesellschaft.

Sie hatte das 1,2 Hektar große Gelände gegenüber vom Hotel Estrel Berlin vor vier Jahren erworben und erhielt im November eine Baugenehmigung, um unter anderem Bürohäuser und eine Community Hall zu errichten. Zum 1. Februar kündigte die S Immo dem Hauptmieter, der das Gelände im Sommer weitgehend verließ. Der Technoclub Griessmuehle hielt einen Untermietvertrag, der auch zum Ende des Monats auslief.

Online-Petition und Aussprachen am Rathaus Neukölln

Jetzt können die Technofans aufatmen. Nach Schätzungen kamen rund 500 von ihnen am Mittwochnachmittag zum Rathaus Neukölln, um sich für den Erhalt des Clubs auszusprechen. Eine Online-Petition der Griessmuehle hatte innerhalb von einer Woche mehr als 42.200 Unterstützer gewonnen. Die S Immo begrüße es, wenn ein clubkultureller Betrieb Bestandteil des Areals sein könnte, hieß es in der Presseerklärung. Auch wolle der Investor prüfen, ob während der Hochbauphase die Zwischennutzung einer Freifläche möglich sei.

„Wir können uns auch vorstellen, dass während der Bauphase ein temporärer Ort geschaffen wird, der dem Neuköllner Geist entspricht“, zitiert die Erklärung Robert Neumüller, den Geschäftsführer der S Immo Germany. Die Griessmuehle verhandelte am Mittwoch noch über einen neuen Standort. Nach Informationen der Clubcommission könnte dieser in Mitte oder Lichtenberg liegen.