Unter dem Motto „Zukunft Deutschland“ mobilisiert die AfD bundesweit und gemeinsam mit Pegida am Sonntag für eine Großdemonstration in Berlin. 10.000 Teilnehmer hat die Partei für den Protest angemeldet. In der Stadt sind zahlreiche Gegenveranstaltungen zu Kundgebungen und Marsch der AfD geplant und bei der Polizei angemeldet. Die wichtigsten Informationen zu den größten Veranstaltungen finden Sie hier:

Wo und wann findet welche Demonstration statt?

Die Demonstration der AfD startet um 12 Uhr auf dem Washingtonplatz vor dem Berliner Hauptbahnhof mit einer Kundgebung. Die geplante Route führt danach über das Kapelle-Ufer, Reinhardtstraße und Luisenstraße zum Brandenburger Tor. Enden soll der Zug um 16 Uhr dort auf dem Platz des 18. März, mit einer erneuten Kundgebung mit Jörg Meuthen und Alexander Gauland.

Die wohl größte und schon im Vorfeld Aufsehen erregendste Gegenveranstaltung wird die "AfD wegbassen - Berlin gegen Nazis"-Demonstration des Bündnis „Reclaim Club Culture“. Über 120 Berliner Clubs und Veranstalter unterstützen das Bündnis, darunter Größen wie das About Blank, der Kater Blau, der Klunkerkranich und das Sisyphos, aber auch Organisationen wie die Berliner Clubcommission und die Veranstalter des beliebten Festivals Fusion.

Unter dem Motto„AfD wegbassen“ sollen sich 14.000 Teilnehmer mit 20 bis 30 Clubwagen mit Musik durch die Stadt bewegen. In einer Erklärung schreibt der Zusammenschluss: „Berlins Clubkultur ist alles, was die Nazis nicht sind und was sie hassen: Wir sind progressiv, queer, feministisch, antirassistisch, inklusiv, bunt und haben Einhörner.“ Demgegenüber verkörperten AfD und Pegida ein repressives, heteronormatives, antifeministisches und rassistisches Bild von Gesellschaft. „Deshalb wird unsere Party ihren Aufmarsch crashen“, so die Organisatoren weiter.

Auch das Bündnis „Stoppt den Hass – Stoppt die AfD“ organisiert einen Gegenprotest. Dazu hat es zu 11 Uhr an die Treffpunkte Mehringplatz und Bahnhof Gesundbrunnen geladen. Zudem beginnt um 11.30 Uhr eine Kundgebung samt Programm und Musik auf der Reichstagswiese.

Außerdem rufen „DIE VIELEN“, ein Zusammenschluss von Künstlern, Ensembles und Akteuren der darstellenden Künste zur „Glänzenden Kundgebung und Demo“ auf. Mit goldenen Rettungsdecken als Fahnen, glitzernden Kostümen und Aktionen wollen sie nach eigener Aussage "ein Happening gegen den Hass feiern". Sie bewegen sich ab 11 Uhr vom Weinbergpark, über Rosenthalerstraße und Oranienburger Straße, weiter über die Friedrichstraße und das Reichtagufer bis hin zum Pariser Platz am Brandenburger Tor.

Insgesamt sind 13 Gegenveranstaltungen bei der Berliner Polizei angemeldet. Neben den großen Demonstrationen soll es beispielsweise auch eine von der Organisation „Anarche“ geplante Bootsdemo gegen die AfD auf der Spree geben.

Insgesamt soll die Bevölkerung laut der Verkehrsinformationszentrale mit Einschränkungen im Verkehr an folgenden Orten rechnen: 

Albrechtstraße - Alexanderplatz - Auguststraße - Brunnenstraße - Budapester Straße - Dorotheenstraße - Ebertstraße - Friedrichstraße - Große Hamburger Straße - Großer Stern - Hackescher Markt - Hardenbergplatz - Heinrich-von-Gagern-Straße - Hofjägerallee - Kapelle-Ufer - Karl-Liebknecht-Straße - Luisenstraße - Moltkebrücke - Neustädtische Kirchstraße - Oranienburger Straße - Otto-von-Bismarck-Allee - Paul-Löbe-Allee - Platz des 18. März - Rahel-Hirsch-Straße - Reinhardstraße - Rosenthaler Straße - Schumannstraße - Sophienstraße - Straße des 17. Juni - Stülerstraße - Unter den Linden - Veteranenstraße - Washingtonplatz - Wilhelmstraße - Willy-Brandt-Straße - Yitzhak-Rabin-Straße

Welche Sicherheitsmaßnahmen wurden getroffen?

Rund um die Demonstration sind mehr als 2000 Polizisten im Einsatz, um Blockaden und Gewaltausbrüche von Gegendemonstranten zu verhindern. Die Berliner Polizei erhalte dafür Unterstützung aus neun anderen Bundesländern und von der Bundespolizei, sagte Sprecher Thomas Neuendorf am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Linke und linksradikale Gruppen hatten mehrfach angekündigt, die AfD-Demonstration blockieren zu wollen. Neuendorf betonte: „Die Versammlungsfreiheit gilt für alle. Jeder darf demonstrieren, wenn er sich an die Gesetze hält. Aber das muss jede Gruppe auch der anderen zugestehen.“ Blockaden seien eben verboten, und entsprechend müsse die Polizei dagegen vorgehen.

Voraussichtlich baut die Polizei schon in der Nacht zu Sonntag umfangreiche Absperrungen im Regierungsviertel auf, um die Strecke der AfD entlang des Spreeufers und durch die Reinhardtstraße, Luisenstraße und Wilhelmstraße von Blockaden frei zu halten. Ab dem Vormittag werden dann an den Querstraßen und Kreuzungen zahlreiche Polizisten stehen. (BLZ)