Die Panda-Brüder Meng Xiang (li.) und Meng Yuan bei ihrem ersten Ausflug.
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Berlin Große Vorstellungen brauchen eine Generalprobe. So ist es nicht nur am Theater, auch bei den Panda-Zwillingsbrüdern im Berliner Zoo, die vor fast genau fünf Monaten zur Welt kamen. Bevor Meng Xiang und Meng Yuan sich nun am Donnerstag erstmals mit ihrer Mutter Meng Meng der Öffentlichkeit präsentieren werden, übten die chinesischen Bärenkinder am Vortag vor Journalisten schon einmal ihren großen Auftritt auf der Anlage.

Um 10 Uhr war es soweit. Wie es sich für Zoo-Stars gehört, wurden die Panda-Brüder vom Chefpfleger Norbert Zahmel und seinem chinesischen Kollegen Yang Cheng feierlich in das Innengehege getragen. Kaum auf den Tatzen eroberten die Jungtiere ihr neues Revier. Der eher etwas verträumte Meng Xiang („Ersehnter Traum“), von den Pflegern intern Pit genannt, nahm sofort auf einer mit Bambus geschmückten Holzliege Platz.

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Meng Meng akzeptiert ihre Kinder

Der lebhaftere Meng Yuan („Erfüllter Traum“), der bei den Pflegern auch Paule heißt, versuchte sich dagegen mit einigen Kletterkunststücken an dem Möbelstück. Wenige Sekunden später wurde Mutter Meng Meng in das Gehege gelassen, die sich sofort um den Nachwuchs kümmerte. Dies sei keine Selbstverständlichkeit, so Zoo-Direktor Andreas Knieriem. In der freien Wildbahn würden Panda-Weibchen auch bei Mehrlingsgeburten nur ein Junges aufziehen.

„Dass Meng Meng ihre beiden Kinder akzeptiert hat, weist sie als eine sehr fürsorgliche und vorbildliche Mutter aus“, sagte Knieriem.  Die Aufzucht der Jungen geschah bisher in den hinteren, von der Öffentlichkeit nicht einsehbaren Räumen der Anlage. Weil Meng Xiang und Meng Yuan mittlerweile gut laufen und damit sicher ihrer Mutter folgen können, seien sie bereit, sich auch den Zoo-Besuchern zu zeigen, sagt Knieriem. Dass die kleinen Pandas nun erstmals viele Menschen hinter den Glasscheiben ihres Innengeheges erblicken werden, sei kein Problem.

Den Tieren Höflichkeit erweisen

„Das ist den Tieren völlig egal“, sagt Knieriem. „Die Scheiben sind so dick, dass sie auch etwa laute Begeisterungsrufe der Zuschauer nach innen abdämpfen, die sicher kommen werden. Dennoch sollte man den Tieren mit einer gewissen Höflichkeit begegnen und nicht an den Scheiben klopfen.“ Der Zoo rechnet mit einem großen Besuchaufkommen, wenn ab Donnerstag Meng Xiang und Meng Yuan gezeigt werden. Denn der Berliner Tiergarten ist der erste in Deutschland überhaupt, der   Panda-Babys präsentiert. Dazu beginnen  in der Hauptstadt und Brandenburg die Winterferien. Auf Menschenschlangen am Eingang sei der Zoo vorbereitet.

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Alle Kassen sollen besetzt sein, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Es wird geraten, sich  die Tickets vorab im Internet zu kaufen. Vor dem Panda-Gehege wird Sicherheitspersonal versuchen, Besucher-Staus vorzubeugen. Jeder soll die Pandas in Ruhe sehen können.  Besucher sollten nicht enttäuscht  sein, wenn Meng Xiang und Meng Yuan sich nicht immer so lebhaft wie bei der Generalprobe zeigen. „Denn die Hälfte des Tages verbringen sie immer noch mit Schlafen“, sagt Chefpfleger Norbert Zahmel.