Berlin - Mehrere Explosionen, 25 Meter hohe Flammen und Temperaturen bis zu 500 Grad Celsius: Bei einem Brand auf einem Autohof in Niederschöneweide sind in der Nacht zum Donnerstag 25 Fahrzeuge zerstört worden. Wie die Feuerwehr mitteilte, wurden keine Menschen verletzt.

Gegen 2.45 Uhr hatte ein Angestellter einer benachbarten Tankstelle eine Explosion gehört. Als es kurz darauf knallte, informierte er die Feuerwehr, die mit mehr als 30 Leuten anrückte. Zu dieser Zeit hatten auf dem Gelände bereits mehrere Autos Feuer gefangen. Auch vier als Büros genutzte Wohnwagen standen in Flammen. Wegen eingefrorener Hydranten konnten die Feuerwehrleute nicht sofort mit dem Löschen beginnen, sondern mussten eine zusätzliche sogenannte Wasserstrecke aufbauen und mehr Schläuche verlegen, als sonst.

Die Arbeiten wurden erschwert, weil auslaufendes Wasser wegen der Minusgrade sofort fror und ein reibungsloses Arbeiten erschwerte. Wegen der schlechten Wasserversorgung rollten zusätzlich Wassertankwagen auf den Hof. Mit deren Hilfe gelang es, von vier Seiten die Flammen zu löschen. Das Feuer brach gegen 4.30 Uhr aus. Die angrenzende Köpenicker Landstraße blieb jedoch auch nach den Löscharbeiten bis in den Morgen sicherheitshalber gesperrt. Löschwasser hatte die Fahrbahn der dreispurigen Straße zur Eisbahn werden lassen. Die Stadtreinigung rückte deshalb mit Streuwagen an. Bis zum Vormittag suchten Feuerwehrleute mit einer Wärmebildkamera nach übrig gebliebenen Glutnestern. Zur selben Zeit begannen Kriminaltechniker, nach Spuren zu suchen, um die Ursache des Brandes zu finden. Wegen der Hitze in den Autowracks konnte das gesamte Areal nicht sofort betreten werden.

Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Hinweise auf den Täter hat sie allerdings noch nicht. Bei dem Brandstifter könnte es sich um einen Autohasser handeln. Aber auch konkurrierende Händler könnten als Täter infrage kommen, hieß es bei den Sicherheitsbehörden.

Die Spezialisten des Landeskriminalamtes prüfen jetzt, ob das Feuer in Baumschulenweg im Zusammenhang mit zwei weiteren Bränden in den vergangenen Tagen steht. So war am 10. Januar eine Autowerkstatt in der Quitzowstraße in Moabit ausgebrannt. Vier Autos wurden zerstört. Einen Tag zuvor hatte eine Kfz-Werkstatt in der Holzstraße in Gesundbrunnen Feuer gefangen. Eine 1 000 Quadratmeter große Halle brannte ab. Den mehr als 100 Feuerwehrleuten gelang es, ein Übergreifen der Flammen auf Nachbargebäude zu verhindern.