Großflughafen: Nur noch vier Monate...

Berlin - Wäre der neue Großflughafen BER ein Politiker oder eine andere Person des öffentlichen Lebens, dann müsste man ihm dringend zur Beschäftigung eines PR-Managers raten, der ihm das Image ein bisschen aufpoliert. Denn bisher sorgt BER eigentlich meist für Ärger. Über die Flugrouten soll hier nichts gesagt werden, das Thema ist ja bereits ausführlich erörtert worden.

Von den Verteidigern des Projektes war dann oft das Argument von der Jobmaschine zu hören. Der Flughafen, so wurde geltend gemacht, biete schon als Baustelle so vielen Leuten Arbeit, dass er ein wahrer Segen für die Region sei. Leider scheint auch das nicht die ganze Wahrheit zu sein.

So war kürzlich auf einer Jobmesse die Ernüchterung groß über das Angebot der Jobs auf dem neuen Flughafen – und deren Bezahlung. Jetzt ist die Rede von Bauarbeitern, denen wenig oder gar kein Lohn bezahlt wurde, und von fehlenden Kontrollen, die diese Zustände erst möglich machen. Von wegen Prestige-Projekt. Von den Flughafen-Verantwortlichen ist leider nur Abwiegelndes zu hören. Man müsse sich halt darauf verlassen, dass der Geschäftspartner seriös ist. Und überhaupt seien das nur Einzelfälle.

Die Berliner haben jetzt in einer Umfrage mehrheitlich angegeben, dass sie am liebsten ihre drei alten Flughäfen Tegel, Tempelhof und Schönefeld behalten hätten.

In vier Monaten wird BER eröffnet – höchste Zeit für eine Charmeoffensive.