Großprojekt Pankower Tor in Berlin-Pankow: Baubeginn verzögert sich massiv

Pankow - Das Großbauprojekt Pankower Tor wird sich weiter verzögern. Im November war noch von einem Start für das neue Stadtquartier im Jahr 2021 die Rede, nun geht Baustadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) frühestens von einem Baubeginn 2023 aus. Das sagte er am Dienstag, als der Regierende Bürgermeister und mehrere Senatoren Pankow besuchten.

Auf den Flächen des ehemaligen Güterbahnhofs soll ein Stadtquartier entstehen, mit 2000 Wohnungen, Schulen, mindestens einer Kita, einem Möbelhaus und einem Einkaufszentrum. Seit gut einem Jahrzehnt wird das Projekt diskutiert.

Große Mall oder „urbanes Zentrum“?

Sehr viele Fragen zwischen Senat, Bezirk und Investor seien ungeklärt, sagte Kuhn. Ein Workshop, der sich mit der Architektur der Gebäude auseinandersetzen sollte, werde nun um einige Monate verschoben.

Strittig ist zum Beispiel, wie das Einkaufszentrum genau aufgebaut sein soll. Kuhn sagt, der Investor wünsche eine große, zusammenhängende Mall, der Bezirk plädiert für ein kleineres, weniger gewerbliches „urbanes Zentrum“.

Geschützte Zauneidechsen und Kreuzkröten leben auf Baugelände in Pankow

Unklar sei auch die Anzahl und Platzierung der Schulen sowie die Verkehrsführung auf dem 40 Hektar großen Gelände. „Es gibt über 20 Trassen-Varianten, die Untersuchungen laufen noch“, sagte Kuhn. Es könnte auch die Natur dazwischenfunken: Auf dem Gelände gibt es Zauneidechsen und Kreuzkröten – geschützte Arten.

Michael Müller (SPD) wirkte wenig erfreut ob dieser düsteren Beschreibung. Er habe schon vor Langem angeboten, dass der Senat sich federführend um die Planung kümmere. „Ich hätte gewünscht, das Angebot sei angenommen worden.“ Doch Investor und Bezirk hätten abgelehnt.

Nun fordert Müller klare Ansagen von Bezirk wie Investor. Außerdem hat der Regierende am Dienstag ein Treffen der zuständigen Staatssekretäre angeordnet.