Berlin - Berlin hat zwar viele Parks und Gärten, doch die Bewohner sind mit der Qualität und dem Pflegezustand der Anlagen überwiegend unzufrieden. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) hervor. Nicht zufrieden sind die Hauptstädter vor allem mit der Sicherheit. Nur 32 Prozent der Berliner fühlen sich in Parks und Grünanlagen sicher.

„Die Stadt im 21. Jahrhundert braucht dringend mehr attraktive, gut gepflegte und erhaltene Freiflächen“, sagte BGL-Präsident August Forster bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse. Forsa befragte vom 22. August bis 31. Oktober rund 6 000 Menschen in zwölf deutschen Städten – darunter München, Köln, Dresden und Dortmund. Zwar äußerten sich die Bewohner mitunter durchaus kritisch über die Qualität der Parks und Grünanlagen. Berlin schneidet im Urteil seiner Einwohner aber besonders schlecht ab.

Etwa beim Thema Sicherheit. So ist es für 85 Prozent der Befragten in den zwölf Städten wichtig, dass sie sich in den Parks und Grünanlagen sicher fühlen, zum Beispiel durch ausreichende Beleuchtung. Aber durchschnittlich nur 47 Prozent, also weniger als die Hälfte, sehen diesen Anspruch als erfüllt an. Dass sich in Berlin nur 32 Prozent der Befragten in Grünanlagen sicher fühlen, bedeutet im Städtevergleich den letzten Platz. Zum Vergleich: In München äußerten 63 Prozent der Befragten, dass sie sich sicher fühlen, in Köln waren es 44 Prozent.

Schlechte Noten vergeben die Berliner auch für die Pflege des Grüns. Nur 42 Prozent der Hauptstädter sind damit zufrieden, während es im Städtevergleich durchschnittlich 68 Prozent sind. Ganz vorne liegt auch hier die Stadt München, wo 83 Prozent der Bewohner mit der Pflege der Grünanlagen und Parks einverstanden sind. Jeder, der in Berlin nach einem Wochenende durch Scherben in Parks gelaufen sei, könne das Urteil der Befragten wohl nachempfinden, sagte Peter Matuschek von Forsa. Pflege habe auch sehr viel mit Sicherheit zu tun, sagte BGL-Präsident Forster.

Berliner freuen sich über viele Grünanlage

„Wenn man die Pflege intensivieren würde und Gehölzgruppen nicht einfach zusammenwachsen, dann können sich keine Versteckmöglichkeiten entwickeln.“ Wenn man Abends durch einen Park gehe, helfe auch die beste Beleuchtung nicht, wenn es solche Versteckmöglichkeiten gebe, so Forster.

Berlin schneidet aber nicht nur bei der Pflege der Grünanlagen und der Sicherheit schlechter ab als die anderen Städte. Die Befragten in Berlin zeigten sich auch deutlich unzufriedener mit dem Angebot an Sitzgelegenheiten, an Spielflächen und Spielmöglichkeiten für Kinder sowie mit dem Angebot an Sportflächen.

Immerhin: Mit der Anzahl der Grünflächen in Berlin sind 80 Prozent der Befragten zufrieden. Im Durchschnitt der zwölf Städte sind es jedoch 82 Prozent der Menschen. An der Spitze liegt Berlin bei der Erreichbarkeit: 93 Prozent der Befragten erklärten laut Forsa, dass es in der Nähe ihrer Wohnung eine oder mehrere öffentlich zugängliche Grünflächen gebe. 44 Prozent des Berliner Stadtgebiets sind Grünflächen oder Gewässer. Kaum eine andere Stadt verfügt über so ausgedehnte Erholungsräume.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erklärte auf Anfrage, es sei allgemein anerkannt, dass es Handlungsbedarf bei der Pflege von Grünanlagen gebe. Man werde eine Lösung finden, sagte Behördensprecherin Daniela Augenstein.