Burg Hohenzollern, Stammburg des Fürstengeschlechts und ehemals regierenden preußischen Königs- und deutschen Kaiserhauses der Hohenzollern. 
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BerlinDie Berliner Grünen fordern, dass sich das Land sofort aus den Verhandlungen mit den Hohenzollern zurückzieht. Es gehe dabei nicht nur um „ein paar historische Vasen oder Bilder“, sondern „indirekt auch immer um das deutsche Geschichtsbild und die historische Verantwortung der Hohenzollern“, sagte Daniel Wesener, parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen. „Darüber kann nicht wie bisher hinter geschlossenen Türen verhandelt werden.“

Bund, Berlin und Brandenburg führen mit den Nachfahren der letzten Monarchie zurzeit Gespräche über Entschädigungen und mögliche Rückgaben von Tausenden von Kunstgegenständen. Nach der Novemberrevolution 1918 waren die Hohenzollern, wie andere Fürsten auch, politisch entmachtet und zum Teil enteignet worden. Rund 100 Jahre später dringen die Nachfahren auf Widergutmachung – ihre Ansprüche sind aber hoch umstritten.

Das gilt gerade für die Linken, die mit Klaus Lederer den Kultursenator stellen. Im Bundestag forderte die Linksfraktion in einem Antrag vom November, dass für den Bundestag „Rückgaben oder Entschädigungen der Familie Hohenzollern nicht diskutabel“ sein sollten. Die Hohenzollern seien bereits mehrfach entschädigt worden, hätten außerdem „dem nationalsozialistischen System in erheblicher Weise Vorschub geleistet und davon profitiert“, heißt es dort.

Wesener hält Berlins Rechtsposition für stark und Lederers Verhandlungen mit dem Adelsgeschlecht für nachteilig: „Mit vertraulichen Verhandlungen unterminiert man nur die eigene Rechtsposition.“