Grüne Mode: Lang lebe der Kokon

Berlin - Wer bei ökologischer Kleidung noch an Zimtlatschen und Hemden aus Hanf denkt, der sollte sich zum Beispiel die Stücke von Cocccon anschauen: avantgardistische Kleider aus biologischer Seide, für die die Kokons von Hand beschnitten werden, sodass die Schmetterlinge danach unbeschadet schlüpfen können. High Fashion statt Hippiekluft, das ist grüne Mode heute.

Es war nicht die erste Berliner Fashion Week, auf der Designer wie Cocccon nachhaltige, faire Mode zeigten. Dass jene im Green Showroom jedes Jahr aufs Neue Platz und Aufmerksamkeit bekommen, ist ein gutes Zeichen. Denn mit Trends geht das so: Erst sind sie auf dem Laufsteg zu sehen, dann tröpfeln sie durch die Industrie, bis sie schließlich im Kaufhaus landen.

Vorausgesetzt, dass es eine Nachfrage gibt. Bei grüner Mode ist davon auszugehen. Weil Schreckensmeldungen wie der Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch im April nicht nur schütternd waren, sondern auch ein Bewusstsein für die Arbeitsbedingungen, mit denen der Wunsch nach Billigem bezahlt wird, schufen. Und weil sich der Gedanke der Nachhaltigkeit bereits seinen Weg gebahnt hat. Bio ist längst im Supermarkt angekommen. Mode ist als nächste dran. Für die Einkäufer ist der Green Showroom ein fester Programmpunkt geworden. Die Besucherzahlen sprechen dafür: In diesem Jahr war er so gut besucht wie noch nie.