Bäcker Daniel Scheel (r.) hat eine Torte aus Kathi-Backmischungen gezaubert.
Foto: camcop media / Andreas Klug

BerlinKathi, Komet, Filinchen: Ohne Ost-Produkte wäre die Grüne Woche nicht komplett. Auf der weltweit größten Ernährungsmesse präsentieren die Hersteller klassischer DDR-Marken neue Produktvarianten. Besucher können die Leckereien noch bis zum 26. Januar in den Bundesländer-Hallen auf dem Gelände der Messe Berlin kosten und auch kaufen.

Der Trend geht im Jahr 2020 klar zu Bio-Lebensmitteln, gesunder Ernährung und Zutaten aus regionaler Herstellung. Einige Neuheiten erinnern daher nur noch vage an Vorgängerprodukte, die in der DDR in jedem Haushalt zu finden waren.

DDR-Produkte: Neue Kathi-Backmischungen

Das Sortiment der Kathi-Backmischungen beispielsweise wurde zur Grünen Woche um die Produktreihe „Bewusst genießen“ erweitert. „Die Sorten Dinkel-Schoko-Cookies, Dinkel-Streuselteig und Dinkel-Minikuchen sind zuckerreduziert“, sagt Bäckermeister Daniel Scheel.

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Er hat aus den neuen Kathi-Erzeugnissen zwei große Torten gezaubert – eine hat die Form der Zahl der 30.   „Der Grund dafür ist, dass wird in diesem Jahr zum 30. Mal auf der Grünen Woche ausstellen“, sagt Stand-Mitarbeiterin Johanna Breuer. Sie betont, dass die Zutaten der Backmischungen – dem Trend zur Regionalität entsprechend – auf Feldern in den neuen Bundesländern angebaut werden.

Grüne Woche: Neue Wünsche der Verbraucher

Ausschließlich aus Sachsen und Sachsen-Anhalt stammt der Hartweizen für die seit DDR-Zeiten beliebten Riesa-Nudeln. „Die Verbraucher achten immer mehr auf solche Besonderheiten“, sagt Gästebetreuerin Beate Lehmann am Riesa-Stand in der Sachsenhalle. Das Unternehmen werde im Jahr 2020 noch stärker auf „die Bio-Schiene“ setzen und in naher Zukunft Dinkel-Nudeln auf den Markt bringen.

Auf der Grünen Woche greifen die Besucher bevorzugt zu den neuen Wok-Nudeln für asiatische Gerichte und zu Fußball-Nudeln in Form von Bällen, Pokalen und Turnschuhen. „Einkäufe verpacken wir natürlich umweltfreundlich in Mehrwegtaschen“, sagt Lehmann.

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Die neuen Wünsche der Verbraucher haben auch beim Unternehmen Wurzener, in der DDR bekannt für Erdnussflips, zu einem Umdenken geführt. Man setzte aktuell verstärkt auf „Convenience-Produkte“, die gesund und trotzdem schnell in der Zubereitung seien, so Mitarbeiter Peter Irion.  

Produkte aus der Region

Neu im Angebot habe man zum Beispiel „Kuko“, einen Kurzkoch-Reismix in den Varianten Gerste, Dinkel und Weizen. Die Gerichte seien in zehn Minuten verzehrfertig und kämen zugleich dem Trend zu leichter Küche entgegen.  Gewohnt deftig ist dagegen das Angebot am Stand mit der Eberswalder  Wurst in der Brandenburghalle.

In der Warenauslage gibt es Salami-Sorten aus der neuen Produktreihe „Schorfheider Unikate“ und luftgetrockneten Schinken mit Meersalz. „Auch wir setzen natürlich auf regionale, nachhaltige Herstellung“, sagt Mitarbeiter Kai Lingstädt. Alle Neuheiten seien vom Prignitz-Schwein.