Grünes Licht für Lebensmittelampel: Politische Entscheidungen sollten wissenschaftlich fundiert sein

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) hat eine vernünftige Entscheidung getroffen. Damit Verbraucher künftig auf den ersten Blick erkennen können, wie gesund ein Produkt ist, führt sie das Nährwertkennzeichnungssystem Nutri-Score ein.

Die Lebensmittelampel soll künftig auf die Vorderseite von verpackten Lebensmitteln. Sie stuft die Produkte in fünf farbcodierte Kategorien ein – vom dunkelgrünen A als beste Stufe bis zum roten E als schlechteste. Das System wurde von französischen Ernährungsforschern entwickelt und hat in mehr als 30 Fachpublikationen gut abgeschnitten.

Julia Klöckner ist nun also endlich den Empfehlungen vieler Wissenschaftler gefolgt, die schon lange für den Nutri-Score plädieren. Und das ist das Erstaunliche an der Entwicklung.

Lebensmittelampel: Verbraucher sprachen sich klar dafür aus

Denn lange Zeit hatte es so ausgesehen, als ob die Ministerin sich eher der Industrie verpflichtet sieht als den Verbrauchern, die im Supermarkt Tag für Tag schnell entscheiden müssen, welches Produkt sie wählen.

Eine Umfrage unter 1600 Verbrauchern hat die Ministerin letztendlich auf den Kurs des französischen Systems gebracht. Denn die haben sich klar für die gut verständliche Ampel ausgesprochen.

Zuletzt hatte es sogar schon innerhalb der Lebensmittelindustrie Verwerfungen gegeben. Einige Konzerne haben nämlich erkannt, dass sie mit gesunden Produkten punkten können und wollten die Ampel einführen.

Sie wurden durch Klöckners Zögern ausgebremst. Nun kann es also losgehen. Das ist auch mit Blick auf Europa vernünftig, wo andere Länder ebenfalls den Nutri-Score gewählt haben. Bleibt zu hoffen, dass wissenschaftliche Fakten künftig ohne Umwege Gehör finden.